Havel. Gefroren.

Sonntag: Hach, echtes Eis. Und nicht so eine festgefrorene Schneematschepampe sondern wirklich spiegelglatter, schlittschuhtauglicher Untergrund. Auf der Havel. Ein Traum. Mit Blick auf Werder und die Abendsonne. Diesmal zwar ohne Eishockeyschläger aber dafür mit ausgefeilten Schleudereinlagen mit dem Kinderwagen. Und K1 liegt auch nicht mehr nur auf dem Boden sondern gleitet elegant dahin. (Das ist jetzt zwar wahrscheinlich für diesen Winter vorbei, aber das war nochmal toll. Und entschädigt ein bisschen für die zurückliegenden Tage voller Dunkelheit.)


Elternzeit. Beendet. 


Im Modus live im Spartacus

Am Samstag, den 11.2. spielen wir im Spartacus in Potsdam. Das wird fein. (FB Event)


Scheibe Kaputt

Das erste Mal in acht Jahren geht eine Scheibe richtig kaputt (Beim Schnee Abklopfen)


Januar

Hach, es schneit wenigstens. Nicht nur grau im Januar, dieses Jahr, sondern auch weiß. In so einer Provinzstadt wie Potsdam sorgt das ja dafür, dass auf einen Schlag alles so richtig schön leise ist. Und das Balancieren mit einem mittlerweile 10 Kilo Kind vor dem Bauch ist bei überfrierendem Schnee auch gut für das ganzheitliche Training.

Seit Ewigkeiten und aus nostalgisch-ironischen Gründen war ich mal wieder im Waschhaus zum Indiediskorevival. Da natürlich nicht nur das Zeug gespielt wurde mit dem ich vor 15 bis 20 Jahren sozialisiert wurde (Meist super bis auf geschmackliche Aussetzer wie “Filter”) sondern auch modernere Gitarrenmusik konnte ich so innerhalb von zwei Stunden und drei Bier sehr schön den Niedergang dieser Musikrichtung noch einmal nachvollziehen. Das Zeug von vor 5 bis 10 Jahren ist nämlich in diesem Genre bis auf wenige Ausnahmen leider ziemlich langweilig. Weswegen es heute wahrscheinlich auch keine Indiediskos mehr gibt, die heißen jetzt schon Oldiediskos. Vielleicht sehen das die jetzt 20-jährigen Trainingsjackenjungs und “kleine Indiemädchen tanzen immer”-Frauen anders. Vielleicht hören die heute aber auch alle immer noch Nirvana oder gleich Electro. Ich konnte da nicht länger drüber nachdenken. Ich musste irgendwann nicht erst Morgengrauen nach Hause, weil am nächsten Morgen K1 mit mir Harry Potter schauen wollte und sich alleine gegruselt hätte. Das ist dann wohl dieses Erwachsensein.

Apropos Erwachsen. K2 wird jetzt erwachsen und geht arbeiten. (aka Eingewöhnung bei der Tagesmutter) Und ich schlage Zeit bei Minus 5 Grad am Baggersee tot. Und bereite mich mental auf den Beginn der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga (Interessiert mich das noch? Ist das wie bei Indie? War das früher spannender? Sind das nicht alles nur Posen?) und das Ende meiner Elternzeit vor. 


Neujahr

Wenn man nicht übertreibt am Vorabend bekommt man zur Belohnung eine fast leere Stadt und sogar noch etwas kostbares Tageslicht am Nachmittag im Park.


Silvester >> 2017

Silvester verliert mit Kindern radikal an Bedeutung. Ja, ein bisschen Kinderpeng. Ja, ein bisschen Bleigießen und Alkohol. Aber ehrlich: Feiern kann man an jedem anderen Tag im Jahr besser. Wenn man sich ordentlich abspricht, wer wann ausschlafen kann. Ich gehe heute also wahrscheinlich gegen 1 schlafen und stehe morgen gegen 7 auf. Wie fast immer. Hat ja auch was. Gibt kaum Grund zu Klagen. Auch wenn sich alle Welt scheinbar geeinigt hat, dass 2016 doof war. Für mich wars ok. Die Kinder sind manchmal anstrengend aber größtenteils angemessen goldig, wachsen brav und sind gesund, wir waren in Island. Es gab doofe und schöne Momente. Was kann ich dafür, dass die Welt manchmal spinnt?

Insofern. Einen schönen Start ins neue Jahr. (Das wichtigste wäre dafür, wenn nicht, wie häufiger in letzter Zeit vorgekommen, am Anfang des neuen Jahres alles Grau in Grau vor sich hinsuppt und stattdessen immer mal die Sonne scheint.)


Schöne Weihnachten

Lasst es Euch gut gehen.


Jauch, Toleranz, ein Kommentar und eine “Kirche”

Anfang der Woche wurde bekannt, dass Günther Jauch 1,5 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche, bzw. für eine Aussichtsplattform des Turms eben dieser Kirche, spendete. Heute veröffentlichte dann der stellvertretende Chefredakteur der PNN unter dem Titel “Toleranz und Recht bitte!” einen Kommentar zu dem Thema, den ich gerne beantworten möchte.

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In der Printausgabe ist das mit “wundert sich über die Gegner der Garnisonkirche” untertitelt und auf Twitter freut sich der Autor etwas anbiedernd über seine provokante Meinung.

Lieber Alexander Fröhlich, das, was Sie da schreiben, zeugt von einem etwas seltsamen Politikverständnis und ist so ein possierliches Mimimi, dass es mich mehr verstört, als die Meta-Ebene von Jauchs Spende. (Aber die Spiegelung der Lampe auf dem Monitor ist schön)

Im Detail:

Ein Bürger der Stadt Potsdam gibt mit seiner Spende der Garnisonkirche einen Schub. Im Netz schlagen Günther Jauch und den Wiedererbauern Hass und Drohungen entgegen.

Dieses Internet. Überall Hass und Drohungen. Schlimmschlimm. Aber Sie werden doch sicherlich in der Lage sein, die Mistforkenkommentare (“Der verdient zu viel!”) auf Facebook von dem seit Jahren völlig zivilisiert ablaufenden und zutiefst demokratischen Protest gegen den Wiederaufbau zu trennen, oder? Oder nicht? Und was spielt es für eine Rolle, dass Onkel Jauch ein Bürger Potsdams ist?

Einmal mehr gibt Günther Jauch, ein Bürger Potsdams, der auch soziale Projekte unterstützt, nach dem Fortunaportal des Landtagsschlosses den nötigen Schub. Diesmal für ein Versöhnungszentrum, das Symbolort für die Auseinandersetzung mit der Geschichte, mit der Friedensethik unserer Zeit sein soll.

Wenn Sie aufführen, dass Jauch auch soziale Projekte unterstützt, legitimieren Sie die Argumentation, dass es eine Rolle spielt, was man mit seinem Geld macht. Und das ist doch, wie sie selbst später sagen, total egal. Siehe oben: Was spielt das für eine Rolle? Wenn ich Geld für die Spirelli Bande spende, darf ich mir auch ein schickes historisches Gebäude gönnen? Merken Sie selber, oder?

Und: Ein Versöhnungszentrum, ein Symbolort für die Auseinandersetzung mit der Geschichte, mit der Friedensethik unserer Zeit, aha. Als geschichtlich interessierter Mensch scheint es mir, als ob sie hier mit unzulässigen Auslassungen arbeiten. Sie können ja meinetwegen alles glauben, was in den Prospekten der Stiftung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche steht, aber das als Tatsache hinzustellen, ist angesichts der wechselvollen Geschichte des Projekts (und der Kirche) geradezu unlauter. Ich nehme Ihnen ab, dass Sie überzeugt sind, dass die Wiederaufbauer sich glaubhaft von  den Spinnern und Revanchisten, die das Projekt Anfang der 90er initiierten, distanziert haben. Allein, Sie sollten auch nicht verschweigen, dass es ernstzunehmende Zweifel daran gibt.

Man darf den Wiederaufbau falsch finden – aber es gibt rechtsstaatliche Verfahren

Nett von Ihnen. Ich darf das falsch finden. Was soll dann dieses “aber”? Das klingt – entschuldigen Sie den polemischen Vergleich, ich erkläre das später – ein bisschen wie “Ich habe nichts gegen Ausländer, aber … ” Nach diesen Satz gehört bitte ein Punkt. Ich bin da sprachlich sensibel. Und ich verwehre mich ausdrücklich dagegen, dass ich, wenn ich diesen Wiederaufbau falsch finde, rechtsstaatliche Verfahren in Frage stelle. Geht’s noch?

Erschreckend ist, welch Hass, welch Drohungen Jauch und dem Projekt in Internetkommentaren entgegenschlagen. Niemand muss den Wiederaufbau gutheißen, man kann das Projekt historisch falsch finden, wegen der Geschichte, der Nazis, der Symbolik der früheren Militärkirche für dunkelste Traditionslinien absolutistischen Preußentums.

Sagen wir mal so. Wenn Herr Jauch keine bösen Kommentare auf Facebook bekommen möchte, soll er sein Geld vielleicht wie Cristiano Ronaldo in eine Statue von sich in seinem Garten stecken und nicht in den umstrittensten Kirchenwiederaufbau des Landes. (Er muss dann nur aufpassen, dass gewisse Körperteile nicht unnatürlich groß wirken, dann redet da niemand drüber). Seine Berufswahl lässt außerdem darauf schließen, dass er auch mit kritischer Öffentlichkeit durchaus umgehen kann. Der Aspekt, wie sich Jauch jetzt damit “fühlt” ist wirklich mit Abstand das Unspannendste an der ganzen Geschichte. Also für Jauch vielleicht nicht, auch wenn Sie leider nicht ausführen, welchen Hass und welche Drohungen Sie meinen, aber für die Öffentlichkeit und die Leser Ihrer Zeitung.

Aber von angeblichen Mehrheiten gegen den Wiederaufbau zu reden, wie es die Gegner tun, geht fehl. Nicht nur, weil es keinen Nachweis dafür gibt. Sondern wegen Grundsätzlichem: Der demokratische Rechtsstaat schützt Verwaltungsakte, wie es nach klaren Regeln beantragte Baugenehmigungen sind, vor Willkür, vor dem Zugriff wütender Massen.

Ich persönlich betrachte mich als Gegner des Wiederaufbaus. Und ich habe nie von Mehrheiten geredet. Ich weise aber dezent auf ein sehr erfolgreiches Bürgerbegehren gegen die Rolle der Stadt Potsdam in diesem Spielchen hin. (14.285 gültige Unterschriften sind vielleicht keine Mehrheit aber eine gewichtige demokratische Stimme)

Über den nächsten Satz musste ich eine Weile grübeln. Ich will da jetzt gar nicht zu sehr ins Detail gehen. Ich halte es durchaus für zutiefst demokratisch, Verwaltungsakte in Frage zu stellen, aber vorerst möchte ich es bei sprachlicher Kritik belassen. Wütende Massen? Willkür? Wir sind hier in Potsdam. Könnten Sie bitte verbal etwas abrüsten? Ich habe noch keinen wütenden Mob mit brennenden Preußen-Fahnen vor dem Fachbereich Stadtplanung und Stadterneuerung gesehen. Dass sie Kritiker so bezeichnen ist eine ziemliche Frechheit.

Seht ein: Es ist keine neue Nazi- und Militärkirche

Die Wiederaufbaugegner sollten einsehen: Auch ihr Verdienst ist es, dass diese Kirche nicht komplett im Original neu entsteht. Dass Stiftung und Fördergesellschaft einen weiten Weg gegangen sind, um Geschichtsrevisionisten und Fans preußischen Obrigkeitsmilitärs abzuschütteln. Eine Nazi- und Militärkirche wird es nicht geben

Oh, der Prophet spricht. Doch keine Nazikirche. Puh. Na dann, los, hopphopp, bauen wir schnell. In diesem Satz bestätigen Sie aber auch, wie notwendig, der von Ihnen verurteile Protest gegen das Projekt war und ist. Ich wäre mir an Ihrer Stelle übrigens nicht so sicher, dass sich da nicht doch noch einige Geschichtsrevisionisten und Fans preußischen Obrigkeitsmilitärs unter den Spendern/Befürwortern verstecken.

Gilt Potsdams Maxime der Toleranz hier nicht?

Es ist für die Gegner an der Zeit, sich dem Projekt, den Inhalten zu stellen. Potsdam verändert sich. Obendrein zeigt sich, was es heißt, in der Stadt der Toleranz zu leben.

Dazu nur ein Gedankenspiel: In Potsdam soll eine Moschee liberaler Muslime auf privatem Grund entstehen, die Baugenehmigung ist erteilt, ein Potsdamer Mäzen spendet, aber Rechtspopulisten wiegeln Massen auf, starten Initiativen, weil der Islam nicht hierher gehöre, Brutnest des Terrorismus gegen unsere Werte sei. Was tun? Dem Pöbel weichen oder den Rechtsstaat walten lassen?

Wieder so eine Kausalkette, die man in jeder Deutschklausur zu Recht dick rot markieren würde. Dass sie die Brücke von Gegnern einer Kirche über die Veränderung Potsdams zur Stadt der Toleranz ziehen, lässt mich fassungslos zurück. Lesen Sie sich diesen Satz mal laut vor und fragen sich kurz, was Sie hier alles sinnlos verallgemeinern und in einem Topf schmeißen.

Und aufgrund des letzten Absatzes sollte man Sie eigentlich mit einer zweiwöchigen Moderation der Facebook-Kommentare der PNN bestrafen. Wie um alles in der Welt kommen Sie dazu, den Protest gegen die Garnisonkirche mit dem um sich greifenden rassistischem Geschrei und den gewalttätigen Angriffen auf Ausländer in einen Topf zu werfen? Ich weiß, ein Kommentar ist nicht die Meinung der Redaktion, aber das sollten Sie mal intern diskutieren. Das ist so daneben, wie mein weiter oben verwendeter polemischer Vergleich, bei dem Sie bestimmt, falls Sie das überhaupt lesen, gedacht haben, “hat der noch alle Tassen im Schrank?”.

Kleines Detail am Rande: So privat ist das auch alles nicht bei der Garnisonkirche, wenn man sich die Rolle der Stadt Potsdam, die ominöse Geldzusage des Bundes, etc. anschaut.

Sie fragen zum Schluss nach der Lesermeinung zum Thema. Bitte, gerne.

Ich würde mir wünschen, dass Sie ganz andere Aspekte dieser Großspende in den Mittelpunkt Ihrer Kommentare und journalistischen Arbeit stellen. (Und aufhören mit diesem “Jetzt hat der Jauch privat Geld gespendet, jetzt hört doch auf zu nörgeln”-Mimimi)

Nur ein paar Stichpunkte.

  • Wie viel Geld Jauch besitzt und wofür er das benutzt oder spendet, ist mir persönlich total egal. Interessant und bedenklich finde ich den Einfluss, den er als “Prominenter” (Sie sprechen von Schubkraft) auf konkrete Stadtpolitik und einzelne Vorhaben hat. Weil er eben 1,5 Millionen auf den Tisch packt.
  • Wieso kommt Jauch damit davon, dass das einzige Statement, was er dazu abgibt in der Publikation der Stiftung zum Wiederaufbau selbst, erscheint. Alle zitieren aus der “Potsdamer Spitze“, und niemand stellt das dortige Interview kritisch infrage. Da gibt es einige Punkte, die Sie beleuchten sollten. (Meine Highlights: “Nennen Sie mir ein Thema, bei dem es in Potsdam keine krischen Stimmen gibt. Wenn am Ende die gewinnen, die zum Teil noch dafür verantwortlich sind, dass dieses wertvolle Kulturgut komplett zerstört wurde, dann machen wir diese Menschen und deren Geist zu Gewinnern der Geschichte.” Das ist wiederum eine Frechheit von Jauch. Ich schwöre, ich habe nichts mit Walter Ulbricht, der Sprengung und der SED zu tun. Ich finde die Garnisonkirche trotzdem scheiße. Alles was gegen den Wiederaufbau ist mit DDR-Knallchargen gleichzusetzen ödet mich rhetorisch außerdem an. Und: “Außerdem freue ich mich, wie sicherlich die Potsdamer und Hunderttausende von Touristen auch, auf den herrlichen Blick von der Aussichtsplattform auf eine beneidenswert schöne Stadt.” Ein Tipp Günther, vom Belvedere, der Nikolaikirche oder von der Hexentreppe gibt’s schöne Blicke auch jetzt schon. Dafür musst Du Dir jetzt nicht die “Günther Jauch Memorial Plattform” als Anhang einer etwas sehr klobigen Kirche direkt auf eine Bundesstraße stellen lassen.)
  • Was wird das Ding jetzt? Eine Kirche? Eine Aussichtsplattform? Ein Denkmal für alte Männer? Warum kriegt Tebartz van Elst für ein – immerhin fertig gebautes – schickes Ensemble für 31 Millionen einen Riesenärger und die Protestanten dürfen sich für ein Vielfaches an Geld, was sie sich teilweise leihen, teilweise vom Bund vielleicht bekommen aber eigentlich  – trotz Jauchs Spende – im Gegensatz zu den Katholiken – gar nicht haben, eine halbe Kirche hinbauen? Eine Kirche, die dann nur ein Turm ist, also gar nicht, wie noch vor einiger Zeit betont, eine “echte” Gemeinde beherbergt.

Wenn Sie dann noch Ressourcen haben, würde mich auch ernsthaft freuen, wenn sich mal jemand aufmacht und investigativ untersucht, wie und mit welchem Klüngeleien damals (also in den 1990ern) diese diversen Zusagen zu diesem Projekt überhaupt erreicht wurden. Sie könnten also diese Verwaltungsakte, auf die Sie sich in Ihrem Kommentar berufen, mal genauer unter die Lupe nehmen.

Hier sind übrigens keine Trolle in den Kommentaren, wenn Sie mögen, können wir das hier gerne weiter diskutieren.

Dankeschön.


Discgolf im Nebel


Im Modus Weihnachtsfeier

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Wir machen eine Weihnachtsfeier im gemütlich, kleinen CasinOtopia. Mit Livemusik, Maniac-Mansion-Referenzen, billigen Effekten und Sportbezug. Freitag, 9.12.2016, 21 Uhr. Und nach dem Konzert spiele ich DJ und belästige das Volk mit 20 Jahre alten Indiehits. Kommt vorbei, das wird mindestens so lustig wie die FC Bayern Weihnachtsfeier 1999.

Veranstaltung auf FB
Im Modus Videos auf Youtube. 


Sonntag morgen


Phantogram

@Lido


Geiler Boy Alarm (feat. Mats Hummels)

Wir haben ein Musikvideo gemacht. Nur aus GIFs. Mats Hummels und David Beckham machen auch mit. Und vielleicht ist der Mann mit der Miezekatze rechts ein junger Sergio Ramos?

Ich hatte eine Menge Spaß beim Raussuchen und Schneiden, “mein” Internet habe ich nachhaltig verwirrt. Permanent wird mir jetzt Werbung für Tommy Hilfiger, das neue Clueso Album und Camp David angezeigt.

From Potsdam with GIFLove.


Kühlungsborn

Ostsee geht immer. Selbst in den Herbstferien. (Wer kam eigentlich auf die Idee, Ende Oktober/Anfang November zwei Wochen Schulferien zu verordnen? Da ist hier schlechtes Wetter und in den klassischen Urlaubsländern im Süden auch nicht mehr so warm, dass es sich lohnt, die beschwerliche Anreise auf sich zu nehmen.)

Kühlungsborn, dieses Mal, klassisches Seebad, mit Kurtaxe und großen Häusern (vgl. Bungalowbebaute Ostseeorte und komplette Ferienappartement-Orte ohne Kurtaxe).

Wenn man das Meer kurz nicht hört, denke ich manchmal für Momente, ich bin in den Alpen gelandet. Noch einmal abbiegen und dann kommt die Seilbahn und oben auf dem Berg scheint die Sonne und es gibt Kaiserschmarrn zum Mittag. Ach hübsch, diese verzierten Ferienhäuschen. Hamse gut gemacht. Sah bestimmt schon früher im Wallis schon so aus.

Ja, ich weiß, das ist die klassische Bäderarchitektur. Um mein Fremdeln zu beschreiben, muss ich etwas ausholen. Ich bin ja mit der Ostsee groß geworden. An einem Sandstrand drei Kilometer nördlich von Glowe auf Rügen haben wir in meiner Kindheit in den 1980ern gefühlt jedes Jahr eine Woche verbracht. Natürlich nie in den Sommerferien, das war ein Urlaubsquartier der Akademie der Wissenschaften und irgendwie fielen immer nur Plätze im Mai oder Oktober ab. Da standen ein paar Bungalows, ein paar Bauwagen und ein ausgedienter Messturm im Dünenwald am Strand. Direkt daneben ein Grenzturm (Was wollte man dort eigentlich bewachen? Von der Küste der Schabe ging es eigentlich nur sehr, sehr weit auf das Meer und nach Schweden braucht schon die Fähre von Sassnitz mindestens 4 Stunden.) Sehr Lo-Fi, sehr schön. Für mich bestanden Ferienanlagen also aus eilig hingeklatschten Provisorien. Nach der Wende kam ich dann das erste Mal in Kontakt mit den mondänen Kurorten, hauptsächlich auf Usedom.

In Bansin verbrachte ich wunderbare Tage. Irgendein Familienmitglied einer Freundin hatte eine Wohnung in einer Strandvilla, mit Blick aufs Meer, natürlich unsaniert und so abgefuckt, wie noch einige Häuser (siehe Foto) in Kühlungsborn (und bspw. der Rest von Heiligendamm, der nicht das Grand Hotel ist) Aber das ist mit 18 natürlich total egal: Wir sind um 2 Uhr nachmittags aufgestanden und haben durch den Wintergarten auf das Meer geschaut. Ich habe mit einem Walkman am Strand Bundesligakonferenz gehört. Wir sind nachts auf die Seebrücke geschlappt und haben den Mond beobachtet. Ich habe gegen Marita im Schach trotz Damenvorgabe verloren und mit Antje auch in Bansin im Bungalow ihrer Familie, der den DDR-Ferienobjekten in Glowe ähnelt und es wahrscheinlich immer noch tut, aus heutiger Sicht vollkommen inakzeptable Neunziger Jahre Crossover Musik gehört. Und die Violent Femmes.

Es gab schon damals Tourismus, im Sommer war es knallevoll. Aber es hatte in einer Zeit, wo in Potsdam schon langsam alles auf Hochglanz poliert wurde, noch einen sehr morbiden Charme. Nach der, nennen wir es internationalen Phase, wurde die Ostsee dann, gerade mit Kind wieder attraktiv als Urlaubsziel. Die Luft, die Atmosphäre, das Wasser und überhaupt fast alles, ist immer noch so großartig, wie als Kind oder als Teenager. Nur, jetzt ist alles schick, die örtlichen Eisdielen haben auch Eis und stellen keine kaputten Softeismaschinen aus. Die Ferienwohnungen haben netterweise Geschirrspüler und manchmal eine Fußbodenheizung. Man ist in unter drei Stunden mit dem Auto da und gondelt nicht 8 Stunden mit dem Wochenendticket und diversen Regionalexpressen ans Ziel.

Für mich als Standardfamilienurlauber alles eine unglaubliche Erleichterung. (Wetter schlecht? Ab mit Kind in die Therme.) Und trotzdem werde ich das leichte Fremdeln wohl nicht los, wenn sich die Ostseeorte zu voll professionellen Ressorts verwandeln. Gerade, wenn dann das spannendste Gebäude das langsam dahingammelnde Baltic Café/die Baltic Bar ist. Was ungefähr tausendmal mehr Geschichte ausstrahlt, als all die “Residenzen” (See/Strand/Ostsee/Meerblick/Möwe), die ich so gerne in einem Kurzurlaub bewohne. (Was wohl mit dem rechten Turm passiert ist?)

Aber so lange das Meer gleich bleibt, kommen wir wohl immer wieder.


Goldener Herbst


Casino (Kaputt?)

Solange ich mich erinnern kann, war das Casino ein baufälliger Schuppen auf dem Campus Pappelallee. Dorthin zog nach der Wende und dem Abzug der Sowjetarmee die neugegründete FH Potsdam. Viel gab es damals dort nicht. Zwei Häuser, viel kontaminiertes Gelände, Schrott, ein paar Hallen und eben dieses ehemalige Offizierskasino, was dann erst besetzt und dann als Studentenclub genutzt wurde. 1998 hatten wir dort jugendlich verkopft den ersten Auftritt unserer Kraut-Rock-Band, im morschen Dachgeschoss fanden “Russendiskos” und wodkaselige Abende für uns Nachwuchsboheme statt, das Ding war eine einigermaßen etablierte Konzertlocation im wilden Nachwende-Potsdam.

Irgendwann verlor ich das Casino aus den Augen – der Zahn der Zeit nagte weiter, gefühlt war immer irgendetwas kaputt, gesperrt oder zu. Und so eine komplette studentische Selbstverwaltung hat natürlich auch Nachteile. So gegen 2010 kam dann wieder Leben in den Laden. Auch wenn eigentlich das ganze Gebäude baupolizeilich oder aus Brandschutzgründen gesperrt war. Der ehemalige Konzertraum wurde zur Lagerhalle, zu den Klos durfte man nicht offiziell und wenn dann nur außen um das Haus herum, es durften nur noch Veranstaltungen mit maximal 200 Leuten stattfinden, etc. Trotzdem hielt die Casino AG den Laden lebendig, baute einen Tresen, veranstaltete Konzerte, Partys, usw.

Ringsherum wuchs ein neuer Stadtteil, ein neuer Campus, es entstanden hübsche neue Unigebäude, man konnte auch ganz unversifft in Regelstudienzeit seinen Bachelor machen und immer mal seltsam auf diese einzige verbliebene Ruine glotzen. Soziokulturkino.

Tja, jetzt ist das Ding seit Anfang des Jahres zu und wird saniert. Die letzte Party im “alten” Casino war im Dezember 2015 und wir haben dem Schuppen und den Menschen dort zum Ende ein Liebeslied geschrieben, einen wunderbaren Abend da gehabt und jetzt das Videomaterial mal zusammengeschnitten.

Zwischenzeitlich gibt es das CasinOtopia und das bzw. die Herangehensweise an das Ganze lässt ein bisschen hoffen, dass das Casino das alles “überlebt”. Sanierung kann man ja machen, aber das Risiko, dass währenddessen die Aura wegsaniert wird, ist doch relativ hoch. Den einstmals besten Klub der Stadt, das Waschhaus, hat es durch genau so eine Aktion hinweggerafft und er vegetiert heute künstlerisch bedeutungslos vor sich hin.

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Ich hoffe sehr stark, dass dem Casino das erspart bleibt.

 


Kiasmos

@Kesselhaus


Elternzeit (1/6)

Einer von sechs Monaten ist um. Der Spielbericht:

Als Vater mit ein bis zwei Kindern, davon eins sichtbar noch ein Baby, bekommst Du Fame auf der Street. Bevorzugt von in rentnerbeige gekleideten Touristengruppen. (“Meiner hätte das nicht gemacht”). Als Mutter, die mit einem 8 Monate alten Baby arbeiten geht, bekommst Du komische Sprüche (“Was? Du gehst schon wieder arbeiten?”)

Für die Bearbeitung der drölfzig Anträge (Rechtsanspruch, Krankenkasse, Elterngeld) bräuchte ich eine studentische Hilfskraft. Paradoxerweise haben alle Institutionen digital meine Daten, ich aber nicht. Ich sammele Papiere, fotografiere sie mit dem Handy ab, drucke sie aus, tüte sie ein und schicke sie woanders hin, wo sie wieder digitalisiert werden. Geschäftsidee (Ich weiß, unrealistisch): Ich hätte gerne, dass nach Antrag, die Daten elektronisch wieder bei mir landen. Um dann beim nächsten Mal, wenn irgendeine Institution den Elterngeldbescheid haben möchte, einfach auf einen Knopf klicken und den Stellen zusenden kann.

Apropos Elterngeld: Als freiwillig Krankenversicherter aber unverheirateter Mensch haste ‘nen Problem. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Damals(tm) gab es gar kein Elterngeld, wenn man freiwillig krankenversichert ist, hat man vorher nicht schlecht verdient, aber: Dieser Quatsch kostet mich jetzt für sechs Monate 1.000 Euro. Weil ich nicht familienversichert sein darf und im Gegensatz zu Menschen, die vorher pflichtversichert waren nicht beitragsfrei versichert bin. Weil es überhaupt keine Rolle spielt, dass ich in diesem Jahr, wegen voller Elternzeit, überhaupt nicht die Jahressumme für die freiwillige Krankenversicherung erreiche. Das riecht a) nach massiver Benachteiligung Unverheirateter und b) nach einem handwerklichen Fehler des Elterngeldgesetztes. Ich gehe dann mal einen Brief an meine Bundestagsabgeordneten schreiben.

Meine interne Spielregel ist: Wenn ich weniger als sechs Stunden schlafe, mach ich mit Kind 2 Mittagsschlaf. Das klappt ganz gut (also fast immer) Problem ist nur, wenn Kind 2 schlechte Laune oder einen Entwicklungsschub hat und Mittags nicht schläft.

Pürieren habe ich jetzt drauf

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Kind 1 ist jetzt in der dritten Klasse und die Beschaffung der Materialien für das neue Schuljahr nervt. Nein, es reicht nicht, wenn das Heft liniert ist, es muss die Lineatur Oxford 6f sein, manchmal auch 6e oder d. Dazu bitte einen 500er Packen Kopierpapier und Bastelknete. Fünf Läden und 200 Euro später fehlen dann noch genau 2 Holzklammern und neongelbgrüner Umschlag. Dann noch in zweistündiger Pusselarbeit alles fein beschriften. Und dann rennt das Kind am ersten Schultag mit einem 15 Kilo Rollkoffer in die Schule.

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Kind 2 toleriert beim Essen (Füttern) bestimmte Podcasts, frühkindliche Prägung durch Drei90 und die SofaQuarterbacks. Ich sehe eine sportliche Zukunft. Wenn das Kind in der Manduca schläft, toleriert es Fernsehkonsum auf dem Telefon oder iPad, solange man dabei nicht stehenbleibt. (Wenn es wach ist, will es mitgucken) Ich bin also gerade sehr für Highlightvideos von Sportereignissen zu haben, längere Übertragungen hingegen sind derzeit schwierig.

Wir überlegen, wie wir Kind 2 dazu bringen, nicht “schon” um halb 7 aufzustehen, weil im Urlaub auch um 8 geklappt hat. (Wir haben so tolle Kinder. Schlafen ist Lebensqualität)

Dieser August/September war für den Start der Elternzeit optimal, Spätsommer wie gemalt, kein quengelndes Einpacken, zack Kind geschnappt, zum Markt oder eine Runde spazieren. Ein Traum.

Mein Bedürfnis nach typischen Unternehmungen mit Babys (Krabbelgruppe, trallala) ist noch nicht besonders ausgeprägt, was hauptsächlich an anderen Eltern liegt. Aber das ändert sich vielleicht, wenn das Wetter schlechter wird und wir uns hier langweilen. Eine Frage an andere Eltern hätte ich aber doch. Die traue ich mich aber nicht in den Gruppen zu stellen.

Ich frage mich, ob ich mit dem Kind wie Helge Schneider spreche, singe kommuniziere, weil ich Helge Schneider mag oder ob das alle Eltern so machen und Helge Schneider das nur auf die Bühne gebracht hat.


Scarlett

Wir schenkten uns mal einen Sonntag Kracher-Spiele wie Bremen – Augsburg und Mainz – Hoffenheim um ein Video zu drehen, in dem wir Dinge kaputtmachen konnten. Danach fühlten wir uns so wie der BVB und die Dinge wie die Abwehrspieler von Warschau/Darmstadt/Wolfsburg. Außerdem geht es um Scarlett Johansson.