Massive Attack

   
    
   
@Tempodrom


Marlene-Dietrich-Allee

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Die ehemalige Kulissenstraße ist umgezogen. Jetzt kommen hier Townhouses.


Wetter

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Tag im Park

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Heiliger See am Morgen

  


Kurfürstenstraße 

  Der legendäre Schotterplatz weicht einer neuen Turnhalle und wahrscheinlich einem neuen Platz


CMD + Klick #25

Interessantes Interview mit Heiner Geißler im Deutschlandfunk, das gut beschreibt, wie die Politik ihrer Verantwortung bis auf Ausnahmen nicht mehr gerecht wird. Aus Angst vor den Knallköppen von Pegida und Co werden Parteien wie die CSU, die eigentlich in Regierungsverantwortung stehen, zu Panikmachern, um sich beim Wahlvolk anzubiedern.

Zurück zum Sport: Fokus Fußball ist mit der Link11 zur Rückrunde zurück. Schön.

Zlatan und Co haben Spaß.

Golden State hat Spaß mit San Antonio.

Die Tonight Show von Jimmy Fallon ab heute im deutschen Fernsehen. (In Englisch, aber untertitelt)


Live Blog: Denver vs. New England

[8:32] Nachträglich die Highlights geschaut. Beeindruckend von Carolina. Ich kann Cam Newton aber immer noch nicht leiden. Und Peyton Manning auch nicht. Die Chancen sinken, dass ich mir in zwei Wochen die Nacht um die Ohren schlage.

[23:42] Das packt mich nicht. Auf Twitter sprachen sie von einem Spiel von 1938. Und am Spielfeldrand sitzen sie mit Sauerstoff. Dann lieber Schlafen.

[23:27] Ein QB-Sack-Festival

[23:19] Kommentator sagt: “Heute ist alles egal, was morgen ist. Wegen Halbfinale.” Der Typ hat keine Kinder. Die in die Schule müssen.

[23:05] Patrick Esume gefällt mir als Experte hervorragend. Aber der trägt ernsthaft den World-Bowl-Ring im normalen Leben?

[23:03] Zweite Halbzeit. Three & Out für Denver. Quarterback-Sack. Die Pause war angenehm kurz. Aber ob das bis 12 durch ist? Oder wenigstens entschieden?

[22:45] Halbzeit. 17:9 für Denver. Verdammt. Das ist ja schon fast 11. Kann das nicht um 19 Uhr anfangen. Mal SAT.1 Bescheid sagen, dass die das mit der NFL klären. Die haben doch jetzt so gute Kontakte. So weiß ich nicht, ob ich das bis zum Ende durchhalte. Bin kein Event- aber durchaus Tageszeitenfan.

[22:27] Ne halbe Stunde weg. Zurück. Immer noch komisch. Gleich die nächste Interception. Dazu gehen irgendwelche Tablets nicht. Seltsam.

[21:59] Denver 14:6 vorne. Fehler wie bei Frankfurt gegen Wolfsburg.

[21:56] Sag ich doch. Freak-Spiel. Interception Brady.

[21:51] Nebenbei bemerkt. Die WordPress-App Calypso für MacOS ist wirklich sehr flüssig für Live-Blogs. Kein Reload im Browser. Leichtes Reinziehen von Bildern. Schneller als im Browser.

[21:50] Freak-Spiel. Komischer Pass. Trotzdem gefangen. Als Laie würde ich sagen, alles sehr unrhythmisch bis hierhin.

[21:45] Touchdown New England. 6:7. Der Kicker verschießt den Extra-Punkt. Komisches Spiel.

[21:43] Wieder was gelernt. Beim Rückwärtspass ist ein nicht angekommener Pass ein Fumble. Das machen die Ran.de Leute gut. Und sie erkennen es auch sehr schnell.

[21:33] So. Kaninchen versorgt. Überhaupt. Kaninchen. Wären auch gute Running Backs. Zack und weg. Arbeitet Bill Belichik wahrscheinlich schon dran. Für das 4. Quarter.

[21:19] Wäschekorb. Fumble. Doof. Denver hingegen mit Touchdown.IMG_3337.jpg

[21:11] Jetzt das erste Mal Manning. Ich mache jetzt aber einen Drive von der Waschmaschine zum Wäschetrockner. Mit Three’n’Out. Omaha!

[21:07] Ich hab wenig Ahnung vom Football, dieses Jahr viel gelernt und mag die Patriots (Wahrscheinlich wegen Heiko Olörp) Ansonsten sind mir Patrioten suspekt.

[21:05] Gleichzeitig mal WordPress Calypso (App for MacOS) testen. Kick-Off: Ball im Aus. Scheiß Höhenluft. Frank Buschmann antwortet auf Twitter @Lostinnippes. Das eskaliert heute noch.

[21:04] Live Blog. Football. Oder Wäsche aufhängen. Oder Kaninchen füttern. Oder Kommentare kommentieren. Schauen wir mal.

 


Season Opener

  


Ein bisschen Winter

   
 


Frost

  


#NoPogida s01e02

Das Laientheater Groß Glienicke führte soeben den zweiten Teil der Co-Produktion von Netflix und dem Brandenburger Innenministerium #NoPogida vor meiner Haustür auf. Solange die Eindrücke noch frisch sind, hier meine Kurzkritik:

Die Idee der Serie ist einfach. Man nehme einen Haufen Irrer, setze sie irgendwo aus, lasse sie rumschreien und warte wie die durch Laienschauspieler dargestellten normalen Menschen darauf reagieren. Das ganze inszeniert in einer düsteren, winterlichen Provinzstadt mit einem Haufen real wirkender Special-Effects und massiven Einsatz von Statisten, fertig. Soweit so bekannt. Im ersten Teil (“Potsdam ist verloren“) schemenhaft angerissen, kristallisierten sich in der zweiten Folge (“Die Stadt rennt“) die Protagonisten klarer heraus.

Der irre wirkende Rädelsführer Christian M. wird erstmals richtig in den Mittelpunkt gerückt. Fein gespielt durch Christian Müller, raffiniert mit dem Hertha(?)-Schal als Gadget. Ich bin gespannt, wie dieses Accessoire in den folgenden Teilen eingesetzt wird.

Der knuffige Oberbürgermeister mit buntem Schal (ohne Verein), der Farbe bekennt und noch mindestens 10 Gegendemonstrationen organisieren möchte.

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Der sympathische Zausel, der mit Handy durch die Stadt irrlichtert, sich filmt und bei Minus 5 Grad so friert, dass er nicht sprechen kann, es aber trotzdem tut. Achtung SpoilerAlert. Er wird sich als stellvertretender Chefredakteur einer Lokalpostille herausstellen. Vielleicht im Krieg gegen die anderen Lokaljournalisten, die schon den ganzen Tag von “Ausnahmezustand”, “Kampf”, “WaWes” und aufgeheizter Stimmung sprachen.

Die vielen noch namenlosen Polizisten mit Nummern: Wer wird eine größere Rolle in den nächsten Folgen spielen? A2100 oder doch A2102?

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Zwischendurch gab’s rasante Action. Durch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg wurde Equipment aus anderen Bundesländern organisiert und in der Stadt hin und her bewegt sowie der Einsatz erwogen. Der Zuschauer nahm, wie schon im ersten Teil, die ungewohnte Perspektive aus der Mitte der Stadt ein. Der Blick aus dem Fenster, der immer nur ein Teil des Geschehens preisgibt, nie wertet.  Ansonsten musste er sich durch die im Screen integrierten Social-Media-Elemente und Newsstreams seine Meinung selbst bilden. Gerade durch diese begrenzte Perspektive kamen die unvermittelt einbrechenden “Protestationen” (O-Ton K1) mit rennenden Menschen, viel Licht, dezenter Sounduntermalung durch Polizeihelikopter gut zur Geltung. Auf Dauer verlangt dieses Konzept aber auch eine ganze Menge Konzentration und Aufmerksamkeit. Nebenbei weggucken und Binge-Watching zur Entspannung geht mit diesem Format nicht.

Gefallen hat mir die Optik. Das Schwarz der Polizei, das Schwarz der Demonstranten kontrastierte sehr gut mit dem Weiß des Schnees und dem Blau der Sirenen. Auch gut, die liebevollen Details: Handgemalte Plakate, sympathische Nebenrollen wie die drei 16-Jährigen: “Wo sind denn die Nazis? Was die wenigen da hinten? Was sind denn das für Pussys!”), vereinzelte, gut choreographierte Gesänge und Polizisten, die persönlich mit Demonstranten bekannt waren. Das hat Potential.

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Nicht überzeugt bin ich, dass die Hauptrolle des Christian M. über mehrere Folgen trägt. Zu eindimensional scheint mir diese konzipiert. Solche zentralen Charaktere brauchen doch etwas mehr, nicht nur rhetorischer Raffinesse. Dass man ihm schon in der zweiten Folge einen Haufen drolliger Hooligans von Hertha BSC und dem BFC Dynamo (vielleicht wird dort da demnächst eine Seitenhandlung, die in der DDR spielt, aufgemacht) zur Seite stellen musste um die Spannung zu halten, spricht nicht für den Drehbuchautor.

Auch wenn das der Realität entspricht, dass in einer Kleinstadt um 10 Uhr abends die Bürgersteige hochgeklappt werden und das dementsprechend detailgenau abgebildet wurde, im Fernsehen möchte ich das eigentlich nicht sehen. Und bei allem Einsatz der zahlreichen Laiendarsteller auf Seiten der Gegendemonstranten und meiner Sympathie für dieses Engagement, man merkte einigen doch an, dass sie eigentlich sinnvolleres zu tun hätten. Aber wenn das Fernsehen ruft, muss man sich einbringen und einen Flop der Produktion, der zwangsläufig auf die ganze Stadt zurückfallen würde, verhindern. (Nicht auszudenken, wenn plötzlich nur noch Christian M. monologisierend durch die Serie rennen würde und keine Gegenstimmen kämen)

Notgedrungen werde ich wahrscheinlich auch noch einmal in Episode3 nächsten Mittwoch reinschauen. Ich würde die Serie aber auch nicht vermissen, meinetwegen kann man das nach der dritten Folge absetzen. Es ist ein bisschen teuer (Über den bekloppten Namen müssen wir nicht sprechen, oder? Man sollte das demnächst nicht übersetzen und den Originaltitel so lassen.) und das Geld sollte man lieber in ein ordentliches Remake von “Der Schatz im Silbersee” einsetzen.


Walk. Don’t walk.

Heute soll vor unserer Haustür wieder spazieren gegangen werden. Zusätzlich zu Pegida bzw. Pogida-Freaks haben sich jetzt noch Hooligan-Freaks angekündigt. (Ich unterstelle, das Interesse von Hertha BSC und BFC Hooligans an der Ausübung ihrer Meinungsfreiheit und einem Beitrag zum politischen Diskurs ausgerechnet auf dem Bassinplatz in Potsdam ist bei der Buchung des Charterbusses eher nachgeordnet gewesen.)

Die Reaktion ist vorhersehbar: Es wird eine Gegenveranstaltung geben. Der Oberbürgermeister ruft, “Potsdam ist bunt”, viele Menschen werden Krach machen. Es wird Provokationen von allen Seiten geben. Pegida Freaks werden geradeso vom Recht auf Meinungsfreiheit gedecktes Nazizeug brüllen. Autonome Freaks werden durchdrehen und Dinge schmeißen, die Polizei wird dazwischen stehen. Die CDU wird morgen “linke Gewalt” nicht hinnehmen, sie unberechtigt mit rechtem Terror gleichsetzen und fordern, dass sich so etwas nicht wiederholen darf. Die AfD wird in bester Tradition alles, was passiert für ihre lächerliche Kundgebung am Freitag ausschlachten und sich einen Ast freuen. Auf Facebook werden im Vorfeld und im Nachgang 47.564 Kommentare mit 212.456 Ausrufzeichen in diversen Gruppen gepostet, die jeweils den Vorredner für vollkommen geistesgestört erklären. Irgendein versprengter Nachwuchspolitiker wird zusammenhangslos eine Obergrenze für Flüchtlinge fordern.

Liebe Pegida, Pogida, etc. Demonstranten: Hört auf dem Spazierengehen-Unsinn. Lasst es. Bleibt weg. Kommt nicht wieder. Ja, ich weiß, Meinungsfreiheit, Recht auf … Ich will Euch Eure Ansichten auch nicht ausreden. Das hält das Land schon aus. Aber bitte führt diesen Tanz auf dem rhetorischen Drahtseil immer kurz vor dem Abgrund Volksverhetzung doch bitte woanders aus. Provoziert doch meinetwegen irgendwo auf einem stillgelegten Militärflughafen die Maulwürfe. Aber lasst diesen Unfug mitten in der Stadt und vor meiner Haustür. Ihr könnt das meinetwegen heute in Potsdam noch einmal ausprobieren, ob Ihr “das Volk” seid und daran scheitern. Aber lasst das bitte nicht zur Gewohnheit werden. Es ist lächerlich und anstrengend.

Danke.


Uli und Kalle – Rückrunde 2015/16

Der Winterurlaub für die Manager im Uli und Kalle Spiel ist beendet. Bitte alle an ihren Arbeitsplatz und gründlich überlegen, wie viel Kevin Großkreutz in seiner neuen Rolle als Stuttgarter Ultra wert ist. Außerdem stehen auch wieder zahlungskräftige Partner aus dem Mediengeschäft und Interessenten für das Sponsoring bereit.

Die Winterpause ist außerdem ein optimaler Zeitpunkt, um Neueinsteiger in das Spiel zu locken. Teilzeitmanager sollten außerdem überprüfen, ob die Spieler, die ja sonst auch klaglos eine Weile alleine klarkommen, noch mit langfristigen Knebelverträgen ausgestattet oder mittlerweile schon gar nicht mehr im Verein sind.

In den nächsten Tagen, bis zum Rückrundenauftakt am Freitag, wird allen Klubs, die a) keine Punkte diese Saison und b) keinen einzigen Spieler im Kader haben die Lizenz entzogen (umgangssprachlich: gelöscht) Es steht den dann vereinslosen Managern selbstverständlich frei, gleich wieder einen neuen Verein zu gründen.

Viel Vergnügen.


Notiz an mich selbst

Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Du sollst keine Kommentare lesen. Nicht auf Facebook, nicht auf SpOn, nichtmal auf Monitor.de oder Tagesschau.de

Ausnahmen sind aaaas.de und ausgewählte andere Blogs, die nicht ihre gesamte Diskussionskultur auf Facebook ausgelagert haben.

Die besorgten Bürger mit ihrem “Der Staat …”, “… wird alles für die Ausländer ausgegeben …”, “Weltverschwörung!”, “Mimimi” gehen mir sowas von auf die Nerven.


Dienstreise mit Ausblick

   
    
   


Gestern vor der Haustür oder das Ende unseres Weihnachtsbaums

Soeben flatterte mir ein Zeitdokument entgegen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das lange online ist (*), ich werde mir das mal für persönliche Zwecke abspeichern. Bitte Ton anschalten und beim weiteren Lesen anhören. (Der Ton ist deutlich wichtiger als das Bild)

Im Bild: Die Sicht aus einem der Busse, der gestern Berliner Bärgida-Aktivisten nach Potsdam zum angemeldeten “Abendspaziergang” bringen sollte. Wir hören: Die Protagonisten des Widerstands gegen die Islamisierung des Abendlands. Aber der Reihe nach.

Ich bin ja schon etwas älter und gemeinhin unverdächtig allzu radikale Positionen zu vertreten. Ich stimme in der allgemeinen Debatte um Kölner Hauptbahnhof, Pegida, Flüchtlinge, etc. Positionen wie der von Sascha Lobo (“Es ist nicht so einfach, wie man es gerne hätte“) zu. Ich halte die meisten Pegida-Demonstranten, BRD-Gmbh-Aluhut-Träger, wertkonservative besorgte Bürger, Krawall-Touristen auf Demos, Frauen-Belästiger, Taschendiebe, usw. hauptsächlich für Arschlöcher, die in der Regel deutlich zu wenig Demut vor dem Leben haben, dass sie hier leben dürfen. Ich finde es schade, dass mittlerweile jeder nur noch Informationen sucht, die seine Position untermauern. Ich wundere mich, dass ich heutzutage in dieser Frage großen Respekt vor Angela Merkel habe und hoffe, dass sie ihre Position (“Wir schaffen das“) gegen die Stammtischbazis durchbekommt.

Genug der Vorrede? Kommen wir zu meiner Haustür und dem Weihnachtsbaum.

Gegen Montag mittag die Informationen “Pegida-Demo heute Abend in Potsdam“, “Gegendemos hier und dort“, “Kommt doch alle“. Gegen 19 Uhr lief die erste Gegendemo vor dem Fenster (gegenüber der Wilhelmgalerie) vorbei. Kind 1 fragt. “Was ist das? Warum sind die so laut“. Wir antworten: “Die demonstrieren gegen dumme Leute, kann man ja mal machen.” Kind 1 geht ins Bett, “Bibi und Tina” ist lauter als Pegida und Antifa zusammen. Parallel schaue ich mal bei Twitter und in den MAZ Live-Ticker. Man schaut heut ja in einen Bildschirm und geht nicht raus. Eigentlich peinlich, aber wir haben die Ausrede, dass Kind 2 mit vier Wochen noch nicht zum differenzierten Bilden einer eigenen Meinung verpflichtet ist und außerdem gerade unglücklich war. Gegen 10 schlafen Kind 1 und 2, plötzlich bimmeln die Glocken der Peter und Paul Kirche auf dem Bassinplatz wie blöd. Aha, das machen die ja immer, wenn fragwürdige Redner auf dem Platz reden wollen. Was von Barrikaden im Internet gelesen. Selbst zum besorgtem Bürger geworden. Mein Auto parkte da neben einer Baustelle. Wenn das einer … beim Bauen einer Barrikade … Irgendein Kratzer … Irgendeine Lampe kaputt … Dann wäre ich aber spazieren gegangen !!! (Schweigersche Ausrufezeichen!!!) Nachschauen, alle schon weg Richtung Krankenhaus. Kurz hinterhergegangen. Selber ein Bild machen. Der Lügenpresse kann man ja nicht trauen. Und ob Russia Today berichten würde? Viele Polizisten, viele Gegendemonstranten, sahen im Nachtnebel alle gleich aus. Laute “Nazis raus” Sprechchöre. Hektisch brüllende Polizisten, hektisch brüllende engagierte junge Menschen. Viel Gerenne. Wohin erschloss sich mir nicht. Sah ein bisschen aus wie Kindergeburtstag oder Fange spielen. Nach Hause gegangen.

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Heute dann die üblichen Spiele. Die Reaktionen: “Randale wie in Potsdam stärkt die Pegida-Szene“, “CDU: Vorfälle sind nicht hinzunehmen“.

Wenn man die Stimmen in dem Bus hört, hat das gestern die Pegida Bewegung nicht gestärkt (“Potsdam ist verloren“). Der Reflex der CDU dauernd irgendetwas nicht hinzunehmen geht mir auf die Ketten. Genauso wie der Reflex “gegen Rechts- UND Linksradikale”. (Sehr schön übrigens die Bildbeschreibung in dem verlinkten Artikel “CDU-Fraktionschef Matthias Finken ist gegen linke und rechte Gewalt.“) Teile Eurer Partei sind mit Eurem wissentlich falschen Gebrülle (Die Rechtschreibkontrolle macht aus Geprolle übrigens Gebrülle, passt beides) wie “Obergrenze!”, “Gastrecht missbrauchen” übrigens mit dafür verantwortlich, dass diese “Besorgnis” immer weiter steigt. Nur so als Tipp: Den Leuten hier geht es grundsätzlich ziemlich gut, wenn man ihnen aber dauernd erzählt, wie wenig wir das alles schaffen, fängt man wirklich an, Angst zu haben. Aber ich schweife ab. Und wenn ich jetzt anfange mich über Horst Seehofer aufzuregen, nimmt das kein gutes Ende.

Meinetwegen kann man das alles aufarbeiten, “die Rädelsführer” suchen, nachdenken, wie man das in Zukunft anders machen kann. Sich über linke Chaoten beschweren (Ja, das sind wirklich teilweise Chaoten, die sind aber meistens 17 und in der Pubertät und kommen nicht wie die anreisenden Pegida-Spinner aus Berlin (!) mit dem Charter-Bus (!) zu einer Demo in eine für sie offensichtliche komplett fremde Stadt und äußern menschenverachtendes Zeug. “Nazis raus!” ist doch etwas anderes diese Mischung aus Angst, Dummheit, Freude über Gewalt in dem Bus)

Ich persönlich habe im Moment gar keine Angst vor den “Linken”. Ich brauche persönlich, wie gesagt, keine fliegende Steine (“Mein Auto …”), bin aber in der Lage zu abstrahieren, dass linke Chaoten hauptsächlich gegen rechte Chaoten stänkern wohingegen rechte Chaoten hauptsächlich gegen Unschuldige hetzen. Das macht mir deutlich mehr Sorgen. Aus der linken Szene nehme ich persönlich außerdem im Moment eine große zivilgesellschaftliche Unterstützung bei der Bewältigung der logistischen Herausforderungen wahr, das fehlt mir von der Gegenseite doch deutlich.

Insofern konnte ich eine heimliche Freude darüber, dass unser Weihnachtsbaum, der auf der Straße lag und eigentlich schon letzte Woche abgeholt werden sollte, heute weg war, nicht verhehlen. Er gehörte vielleicht zu den Dingen, die dem Bus entgegen geworfen wurde (Besser ‘nen Baum als ‘nen Stein) und dazu führte, dass die Bärgida-Besucher ihr Video mit den Worten “Fahr, fahr, fahr raus aus Potsdam” enden lassen.

Und das ist doch ein schönes Ende eines Weihnachtsbaums. Hat uns nicht nur schöne Feiertage beschert und Geschenke illuminiert sondern auch dafür gesorgt, dass diese Arschlöcher nicht wiederkommen.

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(Tree of love, außen Wilhelm-Galerie, hier spielt das obige Video)

(*) Es ist mir komplett rätselhaft, wie man dieses Video als Beteiligter freiwillig einer Öffentlichkeit zugänglich macht. Ich rechne damit, dass den Beteiligten das demnächst auffällt.


Aufnahmen

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Kekse

Ach, ein Kleinod. Macht gute Laune.

via @holgi


Vierschanzentournee 15/16

Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich dieses Jahr von jedem Springen mindestens eine halbe Stunde gesehen habe. Und das hat weniger mit Richie und Severin als vielmehr mit Urlaub und einem iPad, was man auch bei seltsamen Beschäftigungen durch die Wohnung schleppen kann, zu tun.

Ja, immer mal wieder blitzt das auf, was mich mal vor Jahren vor dem Fernseher fesselte. Ja, ich finde immer noch, Tom Bartels gehört an den Schanzentisch und ich habe ihn richtig vermisst. Ja, die Bilder sind toll, die Leistungen wahrscheinlich irgendwie auch.

Aber mal ehrlich. Ein Haufen magersüchtiger Jungs mit verträumten Indie-Frisuren kachelt sich die Keramikspur in das grüne Tal hinunter. Wie weit sie springen, ist zwar nicht egal, aber gewinnen tut dann doch derjenige, der den besten Koeffizienten aus Wind, Absprungposition, Planetenkonstellation und Anzugfarbe hat. Vielleicht habe ich das vor zehn Jahren einfach nur entspannter zur Kenntnis genommen, aber mir scheint als Laie, da hat sich jemand nachhaltig seinen Sport ruiniert. Anstatt vielleicht Equipment vorzuschreiben, der ein Meter pro Sekunde Wind mehr oder weniger egal macht oder die Jungs zu zwingen, mal etwas zu essen, hat man sich da eine nette Computersimulation gebaut, die das ganze dann doch – hmm – etwas seltsam macht.

Kommentatorphrase #1 auf dem Index 2016: “Die Bedingungen …”