Reykjavik

Kurz vor 23 Uhr Ortszeit. Blick auf den Atlantik aus dem Fenster. Das geht schlechter. Diese nordischen Sommer und das Licht sind schon allein die Reise wert. Ich bin jetzt zum fünften Mal in Reykjavik, das fühlt sich schon irgendwie vertraut an. Ich kenne mich hier besser aus als in Berlin, glaube ich. Wobei das natürlich eine Illusion ist. Die Stadt verändert sich permanent. Wo wir vor drei Jahren noch während des Airwaves wohnten, fehlt mittlerweile eine halbe Straßenseite, überall wird gebaut. Und in 101 Reykjavik klingt das auf der Straße jetzt auch nicht anders als im Friedrichshain. Ein Haufen Englisch, Deutsch, Französisch und immermal exotische Sprachen, wie halt isländisch. Sommer ist Touristenhochsaison. Die Isländer erkennt man daran, dass sie bei milden 15 Grad natürlich keine Funktionskleidung tragen.

Kind 1 monologisiert die ganze Zeit, weil es nichts versteht und fragt in endlosen Schleifen und Eigeninterpretationen nach, was das bedeuten könnte. Kind 2 ist zufrieden, wenn es die Klavierpedale in der Tauschwohnung anlutschen kann. Nebenan ist ein Künstleratelier, im alten Hafenviertel liegen Schiffe, wo nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, ob die abgewrackt oder repariert werden. Heute war der SlutWalk, aber da waren wir schon wieder zurück. Hektisch ist es nicht, auch nicht schlecht, für den ersten Tag – zum Akklimatisieren. Jedes Haus, hier im alten Hafenviertel, sieht anders aus. Und die Dinger machen über den Winter eine ganze Menge mit. Der Energieüberfluss ist spürbar. Überall ballern die Heizungen und die Fenster sind angeklappt offen.

Die Europameisterschaft ist, nicht nur auf Cola Dosen, noch präsent. Selbst die bescheuerten Posen – verschränkte Arme – der UEFA Mannschaftsaufstellungen haben es auch hier auf die Plakatwände geschafft.

Überall gibt es freies W-Lan und das Internet allgemein ist gefühlt dreimal so schnell wie in Deutschland. Am Hafen haben sie ein Denkmal für Eve Online hingestellt. Und die Schwimmbäder, hach, die Schwimmbäder sind echte Lebensqualität.

2 Kommentare

  1. Fabi Popabi

    Und das Gebäck ist fettiger als in Deutschland, oder ist das Photoshop? Die Isländer haben dann wohl im Allgemeinen Energieüberschuss. Spart halt auch Geld für Funktionsklamotten, son Kleina Fettklumpen.

  2. robert

    Kleina-Dinger sind schon sehr fettig, aber lecker.
    Dass die Isländer gerade keine Funktionsklamotten anhaben liegt halt am Wetter. Bei 15 Grad trägt man in Berlin und New York auch FlipFlops. Aber wenn man nach “Iceland” fährt und dafür den Northface und Jack Wolfskin Laden leergekauft hat, muss das auch aufgetragen werden. (Machen wir ja genauso)

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