NBA Playoffs Preview 2012

Nach einer durch den Lock-Out verkürzten Saison starten am Wochenende die NBA Playoffs. Damit war nicht zu rechnen, denn die Verhandlungen zwischen den Team-Besitzern und der Spielergewerkschaft zogen sich bis kurz vor Weihnachten, aber dann gab es doch eine Saison mit 66 Spielen. Als wichtigste Neuerung in den Verträgen ist die Amnesty Clause, mit der hoch bezahlte, aber schlecht spielende oder nicht zum Einsatz kommende Spieler entlassen werden können. Prominentestes “Opfer” ist Gilbert Arenas, der von den Washington Wizards vor die Tür gesetzt wurde und kurz vor dem Ende der Saison bei den Memphis Grizzlies unter kam.
Bereits zum dritten Mal in Folge lautet der Name des Scoring Champions Kevin Durant. Kobe Bryant hatte die Chance, mit 38 Punkten im letzten Spiel, an ihm vorbei zu ziehen, entschied sich aber dafür im Anzug auf der Bank Platz zu nehmen. Die Playoff-Platzierung stand bereits fest und die Stars wurden geschont.

Eastern Conference

Chicago Bulls vs. Philadelphia 76ers

Wie schon im letzten Jahr errangen die Chicago Bulls die beste Siegesbilanz im Osten. Dies ist umso mehr bemerkenswert, da der MVP der letzten Saison, Derek Rose, mehr als 20 Spiele ausfiel. Aber die exzellente Verteidigung der Bulls half auch diese Zeiten zu überstehen. Der Gradmesser wird dieses Jahr das Duell mit den Miami Heat sein. Letztes Jahr nahm Lebron James Chicago eigenhändig auseinander und dominierte die Serie. Sollten die Bulls hier als Sieger hervorgehen, sind sie ein ganz heißer Anwärter auf den Titel. Philadelphia sollte für das junge Team kein Problem darstellen.

Die 76ers sind eines der Überraschungsteams der Saison. Ohne wirkliche Stars schaffte es Doug Collins die schlechte Vorjahressaison vergessen zu machen und mit Team-Basketball zu überzeugen. Die Playoff-Platzierung hätte auch noch besser ausfallen können, aber in den letzten Wochen gingen den Spielern etwas die Luft aus. Leider dürfte in der ersten Runde Schluss sein. Die Bulls sind einfach zu stark.

Miami Heat vs. New York Knicks

Nachdem die Miami Heat letztes Jahr im Final gescheitert sind, kann das Ziel dieses Jahr nur die Meisterschaft sein. Das wird aber schweres Stück Arbeit, da die Chicago Bulls im möglichen Conference Finale Heimrecht haben. Das Team wurde punktuell verstärkt und hat mit Shane Battier und Mike Miller (endlich wieder gesund) zwei neue Scharfschützen. Die großen Drei wurden in den letzten Spielen geschont und man ist heiß auf die Endrunde.

New York het diese Saison eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich. Nachdem man Tyson Chandler von den Dallas Mavericks weg locken konnte, hatte mit den etablierten Stars Carmelo Anthony und Amare Stoudamire die Playoffs fest im Blick. Nach diversen Verletzungen und Problemen in der Team Chemie war das schon in weite Ferne gerückt. Dann setzte Mike D’Antoni auf den bis dato vierten Point Guard Jeremy Lin, der eine wahre “Linsanity” auslöste. Doch schließlich musste auch D’Antoni seinen Hut nehmen und der interims Coach Mike Woodson schaffte die Wende zum Besseren. Gegen Miami sind die Knickerbockers aber extreme Außenseiter und niemand erwartet, dass sie die erste Runde überstehen.

Indiana Pacers vs. Orlando Magic

Die Pacers haben sich in der Offseason mit dem Free-Agent David West von den Charlotte Hornets verstärkt und es hat sich offensichtlich ausgezahlt. General Manager Larry Bird dürfte zufrieden sein mit der Arbeit von Coach Frank Vogel. Danny Granger und Roy Hibbert spielen weiter auf gutem Niveau und somit wurde die beste Platzierung seit Jahren erreicht. Für den großen Wurf dürfte es in diesem Jahr noch nicht reichen, aber für eine Überraschung ist das Team immer gut. Besonders unter dem Korb ist das Team sehr gut besetzt und Orlando wird dem Nichts entgegen zu setzen haben.

Die Orlando Magic starteten als einer der jährlichen Titelkandidaten. Leider über warf sich der Superstar des Teams Dwight Howard mit dem Trainer Stan vn Gundi und ist zum Überfluss auch so schwer verletzt, dass eine Rückenoperation nötig ist und er wohl erst in der nächsten Saison wieder eingreifen kann. Da das gesamte Spiel der Mannschaft auf ihn zugeschnitten ist, dürfte Orlando nur eine kleine Außenseiterchance haben, die erste Runde zu überstehen. Gerade unter dem Korb ist das Team zu schwach, um gegen die Pacers zu bestehen.

Boston Celtics vs. Atlanta Hawks

Ein weiterer Versuch der großen Vier den Titel nach Boston zu holen steht an. Von Verletzungen und Spielpausen zur Schonung etwas gebeutelt, reichte es nicht zu einem Spitzenplatz in der regulären Saison. Coach Doc Rivers hat alles versucht, die Spielzeiten so einzuteilen, dass die älteren Spieler zu den Playoffs fit sind. Es ist schwierig einzuschätzen, wie weit diese Mannschaft kommen wird. An guten Tagen sind sie durchaus in der Lage die Bulls und die Heat zu schlagen. Auch Atlanta sollte keine große Hürde darstellen.

Die Hawks, um die Starspieler Joe Johnson und Josh Smith, haben wieder eine gute Saison gespielt, ohne dabei zu glänzen. Sie sind weiterhin ein ausgeglichenes Team, aber der Sprung auf das nächsthöhere Niveau blieb ihnen bisher versagt. Auch dieses Jahr wird wohl in der ersten Runde Schluss sein.

Western Conference

San Antonio Spurs vs. Utah Jazz

Zur Überraschung vieler eroberten die San Antonio Spurs die Spitzenposition im Westen. Das mit alternden Stars wie Tim Duncan oder dem zurückgekehrten Stephen Jackson, der sich wohl nur hier richtig wohl fühlt. Coach Popovich beschränkte auch die Minute seiner Stars und vertraute auf die Bankspieler, um für die Playoffs fit zu sein. Die Spurs werden wohl ein gehöriges Wort im Westen mitsprechen, aber Oklahoma dürfte über eine Serie stärker einzuschätzen sein.

Utah sicherte sich erst mit den letzten beiden Spielen die achte Platzierung im Westen und hat damit die Pheonix Suns und die Houston Rockets verdrängt, welche fast die ganze Saison vor den Jazz standen. Das Front-Court-Duo Al Jefferson und Paul Millsap scheinen jetzt wirklich gut miteinander aus zukommen und die Manschaft des neuen Trainers Ty Corbin hat sich in den letzten Wochen deutlich gesteigert. Aber gegen die Spurs reicht es nicht.

Oklahoma City Thunder vs. Dallas Mavericks

Die Thunder galten vor der Saison als großer Favorit im Westen. Sie haben sich mit dem Veteranen Derek Fisher von den LA Lakers verstärkt und haben mit Kevin Durant einen aktuellen MVP-Kandidaten im Team. Oklahoma und San Antonio werden sich wohl in Conference Final gegenüberstehen und sollten die Thunder siegen, dann ist auch die Meisterschaft in Reichweite. Leider müssen die Thunder ein paar Spiele auf James Harden verzichten, der im Spiel gegen die Lakers eine Ellenbogen ab bekam.

Dallas hingegen hatte bereits am Anfang der Saison große Problem ihr Spiel zu finden. Die Abgänge von Caron Butler und Tyson Chandler wiegten schwer. Nach einen klassischen Fehlstart wurde auch Dirk Nowitzki kritisiert, dass er sich eine kurze Auszeit nehmen musste, um wieder in Form zu kommen. Die Playoffs wurden aber dennoch erreicht. Gegen die Thunder wird sich das alternde Dallas-Team ganz schön strecken müssen, um eine Überraschung zu erreichen.

LA Lakers vs. Denver Nuggets

Unter dem neuen Coach Mike Brown habe die Lakers eine gute Saison gespielt. Andrew Bynum ist zu einem sehr guten Center herangereift und auch Metta World Peace (formerly known as Ron Artest) hat sich in den letzten Wochen gesteigert. Leider hat LA auf der Small Forward Position ein großes Problem, da Metta World Peace für den Ellenbogen gegen James Harden für sieben Spiele gesperrt wurde und Matt Barnes ist auch noch angeschlagen. Zumindest für den Point Guard hat man mit Ramon Sessions einen jungen, athletischen Spieler geholt, auch wenn man dafür den erfahrenen Derek Fisher abgeben musste. Denver ist ein Gegner, der Lakers in den letzten Jahren immer gut gelegen hat und sie sollten die erste Runde überstehen. Da aber auch Kobe Bryant mit Verletzungen in den letzten Wochen zu kämpfen hatte, wird es für den ganz großen Coup nicht reichen.

Unter George Karl haben die Nuggets den Abgang von Carmelo Anthony gut weg gesteckt. Sie haben eine sehr ausgeglichene Mannschaft ohne Stars und kämpfen für einander. LA dürfte eine Nummer zu groß sein und wie in den letzten Jahren beenden die Lakers wohl die Playoff-Träume der Nuggets,

Memphis Grizzlies vs. LA CLippers

Hier treffen wirklich zwei Überraschungsteams aufeinander. Lionel Hollins hat im Memphis eine tolle Mannschaft aufgebaut, die an guten Tagen jeden schlagen kann. Auch im letzten Jahr lieferten sich die Grizzlies tolle Playoff-Schlachten. Sie haben somit schon mehr Erfahrung und die Spielanlage wirkt reifer als beim jungen Clippers-Team.

Die Clippers haben mit dem Trade für Chris Paul einen Riesenschritt nach vorn gemacht. Auch gern als “Lob-City” bezeichnet, spielen sie äußerst spektakulär, aber leider nicht immer erfolgreich. Mit dem Ausfall von ihrem Leader Chauncey Billups begann die Mannschaft etwas zu straucheln. Und in den wichtigen Partien waren sie auch oft nicht siegreich. Es bleibt abzuwarten, ob Coach Vinny del Negro es schafft, das Team durch die erste Runde zu steuern.

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