Casino (Kaputt?)

Solange ich mich erinnern kann, war das Casino ein baufälliger Schuppen auf dem Campus Pappelallee. Dorthin zog nach der Wende und dem Abzug der Sowjetarmee die neugegründete FH Potsdam. Viel gab es damals dort nicht. Zwei Häuser, viel kontaminiertes Gelände, Schrott, ein paar Hallen und eben dieses ehemalige Offizierskasino, was dann erst besetzt und dann als Studentenclub genutzt wurde. 1998 hatten wir dort jugendlich verkopft den ersten Auftritt unserer Kraut-Rock-Band, im morschen Dachgeschoss fanden “Russendiskos” und wodkaselige Abende für uns Nachwuchsboheme statt, das Ding war eine einigermaßen etablierte Konzertlocation im wilden Nachwende-Potsdam.

Irgendwann verlor ich das Casino aus den Augen – der Zahn der Zeit nagte weiter, gefühlt war immer irgendetwas kaputt, gesperrt oder zu. Und so eine komplette studentische Selbstverwaltung hat natürlich auch Nachteile. So gegen 2010 kam dann wieder Leben in den Laden. Auch wenn eigentlich das ganze Gebäude baupolizeilich oder aus Brandschutzgründen gesperrt war. Der ehemalige Konzertraum wurde zur Lagerhalle, zu den Klos durfte man nicht offiziell und wenn dann nur außen um das Haus herum, es durften nur noch Veranstaltungen mit maximal 200 Leuten stattfinden, etc. Trotzdem hielt die Casino AG den Laden lebendig, baute einen Tresen, veranstaltete Konzerte, Partys, usw.

Ringsherum wuchs ein neuer Stadtteil, ein neuer Campus, es entstanden hübsche neue Unigebäude, man konnte auch ganz unversifft in Regelstudienzeit seinen Bachelor machen und immer mal seltsam auf diese einzige verbliebene Ruine glotzen. Soziokulturkino.

Tja, jetzt ist das Ding seit Anfang des Jahres zu und wird saniert. Die letzte Party im “alten” Casino war im Dezember 2015 und wir haben dem Schuppen und den Menschen dort zum Ende ein Liebeslied geschrieben, einen wunderbaren Abend da gehabt und jetzt das Videomaterial mal zusammengeschnitten.

Zwischenzeitlich gibt es das CasinOtopia und das bzw. die Herangehensweise an das Ganze lässt ein bisschen hoffen, dass das Casino das alles “überlebt”. Sanierung kann man ja machen, aber das Risiko, dass währenddessen die Aura wegsaniert wird, ist doch relativ hoch. Den einstmals besten Klub der Stadt, das Waschhaus, hat es durch genau so eine Aktion hinweggerafft und er vegetiert heute künstlerisch bedeutungslos vor sich hin.

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Ich hoffe sehr stark, dass dem Casino das erspart bleibt.

 


Kiasmos

@Kesselhaus


Elternzeit (1/6)

Einer von sechs Monaten ist um. Der Spielbericht:

Als Vater mit ein bis zwei Kindern, davon eins sichtbar noch ein Baby, bekommst Du Fame auf der Street. Bevorzugt von in rentnerbeige gekleideten Touristengruppen. (“Meiner hätte das nicht gemacht”). Als Mutter, die mit einem 8 Monate alten Baby arbeiten geht, bekommst Du komische Sprüche (“Was? Du gehst schon wieder arbeiten?”)

Für die Bearbeitung der drölfzig Anträge (Rechtsanspruch, Krankenkasse, Elterngeld) bräuchte ich eine studentische Hilfskraft. Paradoxerweise haben alle Institutionen digital meine Daten, ich aber nicht. Ich sammele Papiere, fotografiere sie mit dem Handy ab, drucke sie aus, tüte sie ein und schicke sie woanders hin, wo sie wieder digitalisiert werden. Geschäftsidee (Ich weiß, unrealistisch): Ich hätte gerne, dass nach Antrag, die Daten elektronisch wieder bei mir landen. Um dann beim nächsten Mal, wenn irgendeine Institution den Elterngeldbescheid haben möchte, einfach auf einen Knopf klicken und den Stellen zusenden kann.

Apropos Elterngeld: Als freiwillig Krankenversicherter aber unverheirateter Mensch haste ‘nen Problem. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Damals(tm) gab es gar kein Elterngeld, wenn man freiwillig krankenversichert ist, hat man vorher nicht schlecht verdient, aber: Dieser Quatsch kostet mich jetzt für sechs Monate 1.000 Euro. Weil ich nicht familienversichert sein darf und im Gegensatz zu Menschen, die vorher pflichtversichert waren nicht beitragsfrei versichert bin. Weil es überhaupt keine Rolle spielt, dass ich in diesem Jahr, wegen voller Elternzeit, überhaupt nicht die Jahressumme für die freiwillige Krankenversicherung erreiche. Das riecht a) nach massiver Benachteiligung Unverheirateter und b) nach einem handwerklichen Fehler des Elterngeldgesetztes. Ich gehe dann mal einen Brief an meine Bundestagsabgeordneten schreiben.

Meine interne Spielregel ist: Wenn ich weniger als sechs Stunden schlafe, mach ich mit Kind 2 Mittagsschlaf. Das klappt ganz gut (also fast immer) Problem ist nur, wenn Kind 2 schlechte Laune oder einen Entwicklungsschub hat und Mittags nicht schläft.

Pürieren habe ich jetzt drauf

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Kind 1 ist jetzt in der dritten Klasse und die Beschaffung der Materialien für das neue Schuljahr nervt. Nein, es reicht nicht, wenn das Heft liniert ist, es muss die Lineatur Oxford 6f sein, manchmal auch 6e oder d. Dazu bitte einen 500er Packen Kopierpapier und Bastelknete. Fünf Läden und 200 Euro später fehlen dann noch genau 2 Holzklammern und neongelbgrüner Umschlag. Dann noch in zweistündiger Pusselarbeit alles fein beschriften. Und dann rennt das Kind am ersten Schultag mit einem 15 Kilo Rollkoffer in die Schule.

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Kind 2 toleriert beim Essen (Füttern) bestimmte Podcasts, frühkindliche Prägung durch Drei90 und die SofaQuarterbacks. Ich sehe eine sportliche Zukunft. Wenn das Kind in der Manduca schläft, toleriert es Fernsehkonsum auf dem Telefon oder iPad, solange man dabei nicht stehenbleibt. (Wenn es wach ist, will es mitgucken) Ich bin also gerade sehr für Highlightvideos von Sportereignissen zu haben, längere Übertragungen hingegen sind derzeit schwierig.

Wir überlegen, wie wir Kind 2 dazu bringen, nicht “schon” um halb 7 aufzustehen, weil im Urlaub auch um 8 geklappt hat. (Wir haben so tolle Kinder. Schlafen ist Lebensqualität)

Dieser August/September war für den Start der Elternzeit optimal, Spätsommer wie gemalt, kein quengelndes Einpacken, zack Kind geschnappt, zum Markt oder eine Runde spazieren. Ein Traum.

Mein Bedürfnis nach typischen Unternehmungen mit Babys (Krabbelgruppe, trallala) ist noch nicht besonders ausgeprägt, was hauptsächlich an anderen Eltern liegt. Aber das ändert sich vielleicht, wenn das Wetter schlechter wird und wir uns hier langweilen. Eine Frage an andere Eltern hätte ich aber doch. Die traue ich mich aber nicht in den Gruppen zu stellen.

Ich frage mich, ob ich mit dem Kind wie Helge Schneider spreche, singe kommuniziere, weil ich Helge Schneider mag oder ob das alle Eltern so machen und Helge Schneider das nur auf die Bühne gebracht hat.


Scarlett

Wir schenkten uns mal einen Sonntag Kracher-Spiele wie Bremen – Augsburg und Mainz – Hoffenheim um ein Video zu drehen, in dem wir Dinge kaputtmachen konnten. Danach fühlten wir uns so wie der BVB und die Dinge wie die Abwehrspieler von Warschau/Darmstadt/Wolfsburg. Außerdem geht es um Scarlett Johansson.


Tippspiel #2

Wenig Punkte, liegt vielleicht an der Länderspielpause. Alle noch etwas kalt. Zum nicht enden wollenden Sommer gibt es diesmal Klassiker, die man notfalls für das dann wirklich letzte Grillen auflegen kann. Die unten erwähnten, dürfen mir ihre Mailadresse zukommen lassen und ich schicke das Mixtape.

Tippspiel #2

1. Gazza 33
2. Automat 31
3. robert 26
3. Micoud 26
3. LXSeal 26

Uli und Kalle #2

Original: Helsinki IF 43
AAAAS (1): Guelph Golden Goalies 33,5
Kreisliga Waldeck: Zwietracht Bankfurt 33,5
AAAAS (2): Die echten Panther 31

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Babelsberg Nord

Goetheplatz und weiter Richtung Norden. Eine ganz spezielle Atmosphäre. Gerade an solchen sonnigen Spätsommertagen, wie diese Woche, ein Traum. Wenig Menschen, es wird sich gegrüßt auf der Straße, ruhig, aber noch nicht ganz spießig. Drei/vier Jahre habe ich da gewohnt, ich habe mich immer sehr wohl gefühlt.


Schopenhauerstraße 27

Jahrelang Spielstätte des Potsdamer Kabaretts, dann Heimstätte diverser Etablissements/Rumsdiskos mit so schillernden Namen wie “Nachtleben”. Ich war dort noch nie drin, obwohl wir ungefähr 15 Jahre lang direkt nebenan geprobt haben. Zuletzt eine “Eventlocation” und jetzt dann wohl endgültig runtergerockt.


Stadtkanal und Nikolaisaalfest

Das Straßenfest zur Eröffnung des Nikolaisaals war eigentlich immer ein schöner Start in das neue Schuljahr, ein Hauch von Mittelmeer wehte durch die Wilhelm-Staab-Straße. Dieses Jahr fremdelte ich ein wenig mit der Veranstaltung. Wer viele Sitzplätze aufbaut, muss damit rechnen, dass viele Leute sitzen. Ich verstehe auch das Konzept, eine Band spielt 30 Minuten, macht eine halbe Stunde Pause, dann spielt dieselbe Band spielt wieder 30 Minuten, nicht.

Aber egal, typischer für diese possierliche Provinzhauptstadt, war die Posse um das Mitternachtsbaden im Stadtkanal. Das Ding, welches ich ja gerne als Eisbahn sähe, führt bekanntlich mittlerweile nur noch einmal im Jahr Wasser, am Wochenende des Kanalsprints. Schönstes, klares, deutsches Trinkwasser. Insofern liegen Flashmob-Ideen wie “Lass uns doch da eine Runde baden gehen” nahe. Das läuft jetzt schon seit ein paar Jahren, allein dieses Jahr hat “jemand” den Aufruf bei Facebook entdeckt und schritt ein. (Facebook ist also eigentlich schuld.) Dann wurde sich echauffiert (Wie kann man nur !11!), gedroht und mit Paragraphen geschmissen. Und irgendein Praktikant musste ein Verbotsschild laminieren, weil der Kanal kein öffentliches Straßenland nach Paragraph Dings ist.

Ein besseres Zeichen dafür, wie gut es uns geht, egal, was Populisten oder Verschwörungstheoretiker gerade im Internet oder Wahlkampf erzählen, kann es eigentlich nicht geben. Da beschäftigen sich ernsthaft Menschen in ihrer Arbeitszeit mit, suchen nach Paragraphen, drohen anderen Menschen und verbreiten einen Stress, als ob es um die Entwicklung einer neuen Raumstation geht. Aber klar: Dakönntejajederkommen. Hausrecht. Aber ich habe den Kanal doch gemietet. (Übersetzungsservice für Lokalpolitiker: So etwas ist übrigens u.a. gemeint, wenn Jugendliche oder soziokulturell engagierte Menschen von Freiräumen sprechen) Nächstes Jahr wird sicherlich der alljährliche Seifenblasenflashmob auf dem Platz der Einheit in das Fadenkreuz der Verwaltung/Straßenverkehrsbehörde/etc geraten, weil dieses Stück kein öffentlich gewidmetes Seifenblasenabspielland ist und überhaupt.

Im Sinne der Ruhe und Ordnung gab es jetzt also ein langweiliges Sitz-Straßenfest und keinen Flashmob. Chance vertan. Hätte eine schöne generationsübergreifende und verbindende Nacht werden können.


Crossbadminton


Tippspiel #1

Ein Spieltag, wie gemalt für den 2:1 Tippautomat. Aber der erste Platz blieb nicht allein für die Maschine reserviert. RektorSchweyn und drei andere “Menschen” knackten ebenfalls die 40 Punkte Marke. Respekt.

Tippspiel #1

1. RektorSchweyn 48
1. Automat 48
3. mokko 46
4. Shaft 45
5. Loddar 43

Im Uli und Kalle Spiel gab es auch gleich ganz hübsche Punkte zum Saisonauftakt. Hoch leben die Tagessieger der einzelnen Ligen.

Uli und Kalle #1

Original: Die Grazien 45,5
AAAAS (1): RedArmyFC 39
Kreisliga Waldeck: FC Burners No.7 52,5
AAAAS (2): Ente, Ente, Ente 56,5

Wer von den hier erwähnten Mitarbeitern der Woche das Mixtape möchte (ich erweitere den Berechtigtenkreis mal auf die Top 5 im Tippspiel und die Uli und Kalle Tagessieger), bitte kurz mit einer funktionierenden E-Mail-Adresse hier melden. (In den Kommentaren oder per Mail). Der gestrigen Hitze entsprechend sind das neun sehr sommerliche Songs.

Spieltag-Mixtape-1


Liveblog: Fußball, Kinder, Rock’n’Roll

[23:58] Pokalauslosung. Auch langweilig. Premium Produkt. Blablabla. Heimspiel von Dortmund gegen einen Zweitligisten. Ähm. Gottseidank ist mit zwei Kindern immer was zu tun. Da gibt es Alternativen an den Tagen der nächsten Pokalrunde. Ich möchte auch wieder Teil der Jugendbewegung Fußball Bundesliga sein, aber im Moment wird es mir schwer gemacht. Miro Klose to the rescue. Kann den noch ein Bundesligist schnell kaufen? Vielleicht morgen. Gute Nacht.

[23:00] Warm ist es, die Peter und Paul Kirche läutet Schlag 11. Olli Bierhoff ist ein Glückseinhorn bei der DFB-Pokalauslosung. Zeit für Romantik.

[22:24] Und schon vorbei. Sag ich ja, Zirkus. Kind 1 schläft. Die Wohnung ist aufgeräumt, das Konzert morgen vorbereitet. Toll, was man alles machen kann, wenn das Spiel schnell entschieden und eigentlich auch egal ist. Ich hätte das auch gerne geschaut, aber das Hochhypen des Produkts und die bedeutungsschwangere Art der Aufbereitung macht es mir zunehmend schwer. Dazu vielleicht später einmal mehr.

[22:18] Uppsi. Mal kurz Musik gemacht (Ton aus). Da steht es 6:0. Da muss ich jetzt mal nacharbeiten.

[21:40] 3:0 Lewandowski. Steffen Simons Phrase “Einem Bundestrainer widerspricht man nicht” zeigt das Dilemma des deutschen Sportjournalismus.

[21:09] So, das Spiel ist durch, oder? Machen wir mal das Fenster klein und konzentrieren wir uns auf das Wesentliche: Setlist im Ableton vorbereiten.

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[21:01] Kurz die Datenbank repariert, ist was passiert? Neue Rekorde? Neue Sensationen? Es mutiert schon etwas Richtung Zirkus, oder? Ist das noch Sport oder Tanztheater mit vielen Tattoos und bunten Schuhen?

[20:49] 2:0 Lewandowski. Schön, hab ich als Kapitän aufgestellt im Managerspiel.

[20:46] Dinge in der Bundesliga, die mir auf die Nerven gehen: “Danke, Bitte” vom Stadionsprecher.

[20:45] 1:0 Xabi Alonso. Schön. Hab ich aufgestellt im Managerspiel.

[20:43] Steffen Simon sagt, das Spiel wird laut DFL in 212 Ländern übertragen. Die UNO kennt laut Wikipedia nur 195

[20:36] [Zynismus]Ja, so eine Schweigeminute hilft den Erdbebenopfern in Italien ungemein[/Zynismus]

[20:32] Steffen Simon übertreibt schon wieder maßlos – bei allem. Ich bin schlechtgelaunt. Tim Bendzko sieht aus wie Schweighöfer.

[20:24] So, Kind 2 schläft, Kind 1 malt, die Bundesliga startet in sechs Minuten. Herzlich Willkommen zum Liveblog. Inklusive Multitasking. Es gilt noch ein Konzert morgen vorzubereiten, ein Kind ins Bett zu bringen und nebenbei im Auge zu behalten, ob im Uli und Kalle Managerspiel alles gut geht. IMG_6516


Tippspiel 2016/17

Auch wenn der Quasi-Monopolist Tippkick sicherlich viele Kräfte bindet: Auch dieses Jahr gibt es hier unser autonomes, klassisches Bundesliga-Tippspiel. Wie gehabt: 10/8/5 Punkte, Tippabgabe bis Anpfiff. Einmal registrieren, einloggen, mittippen.

Ich erstelle pro Spieltag ein 9-Song-Mixtape mit Obskuritäten und Hits aus meiner Plattensammlung, der Gewinner erhält das zum persönlichen Amüsement digital als Geschenk verpackt zugesendet.

Im Hintergrund tippt der bekannte 2:1 für die Heimmannschaft oder Bayern München Automat. Mal schauen, ob die Maschine dieses Jahr aus den Top3 verbannt werden kann.

Ich freu mich über rege Teilnahme. Auf die Plätze fertig los.

mixtape


Im Modus live in Berlin

Tele-Gym in der Einhornsauna. Im Modus live in Berlin-Lichtenberg. (SA // 27.8. // ab 21 Uhr // Linse, Berlin) Nach dem Topspiel Gladbach gegen Hertha (oder noch viel später). (FB-Event)


Helmholtzgymnasium

Man versucht ja seit einiger Zeit mein altes Gymnasium zu sanieren. Das klappt nur so mittel und deswegen ist das derzeit noch eine schöne Baustelle/Brache. Das bisschen DDT im Dach hat uns auch nix geschadet. Aber sollen sie es ruhig ganz machen, solange die Fassade so bleibt, wie sie ist. (Ob Sylke und Arne noch zusammen sind?)

Hach, die viel zu kleine Schulturnhalle (im Bild rechts). Viel Lebenszeit dort verbracht. Beim 4 gegen 4 Basketball. 


Haus der Jugend

Turnhalle mit Charme. Mal schauen, was damit passiert, wenn die neue Halle nebenan fertig ist.


Uli und Kalle – 2016/17

Herzlich Willkommen zur Saison 2016/17 im Uli und Kalle Managerspiel. Alle aktiven Manager und solche, die es werden wollen sind herzlich eingeladen, ihren Dorfverein mit kreativem Namen zu Ruhm und Ehre zu führen

Zum Start der neuen Saison eine kleine Zusammenfassung.

  • Alle Fragen, Anmerkungen, Fehler gerne als Kommentar unter diesen Artikel
  • Neueinsteiger sind herzlich Willkommen, Details siehe unten
  • Es gibt derzeit vier unterschiedliche Ligen, wer mit Bekannten und Verwandten eine eigene gründen möchte, bitte Bescheid sagen
  • Ich habe im Hintergrund an einigen Spielregeln gedreht. Wie im echten Leben: Es gibt mehr Geld und es kostet mehr
  • Es ist eine “Übergangssaison”
  • Es gibt bekannte Fehler

 Uli und Kalle: Was ist das überhaupt?

Ein Langzeitmanagerspiel: Führe deinen Dorfverein mit 50 Millionen Startkapital zu Ruhm und Ehre basierend auf den echten Spielern der Bundesliga und den Dingen, die man als moderner Manager so zu tun hat. Für alle, denen Communio, et al nicht komplex genug ist. Du brauchst viel Spaß am Fußball und einen langen Atem. Ein bisschen wie Anstoss 3. Kaufe Spieler, stelle sie auf, mache Verträge mit ihnen. Bekomme Punkte, je nachdem wie die Herren im echten Leben (ehemaliges Fachmagazin => Noten) performen. Verhandle mit Sponsoren und TV-Sendern, baue ein Stadion, verliere dich in sinnlosen Statistiken. Mehr Links zu Erklärungen unten. Richtig Spaß macht es, wenn man mehrere Jahre am Ball bleibt.

Das ist eine Privatveranstaltung von mir, da steckt kein Geschäftsmodell oder irgendeine Ambition außer unserem Vergnügen dahinter. Es kostet nix, dafür ist immer mal was kaputt oder komisch oder dauert länger. Macht in der Regel aber Spaß. Sonst wären die Leute nicht teilweise seit 2004 dabei.

Zum Mitmachen muss man sich hier registrieren, einloggen und dann oben auf “Uli und Kalle” klicken.

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Fragen und Anmerkungen 

Sehr viele Fragen wurden bereits hier und hier beantwortet. Zögert nicht, alles, was Euch auffällt oder interessiert zu fragen. Ich bin in der glückliche Lage, im Moment zeitnah antworten zu können. Wie erwähnt, das ist eine komplexe Geschichte. Es gab auch einen Haufen Erklärungen im Blog. Eine Übersicht findet ihr hier.

Die vier Ligen

  • Uli und Kalle – Original

Läuft seit 2004. Wer hier einsteigt, muss sich mit dem Rekordmeister Überstern Galaktika messen. Hartes Brot. Bayern München ist nix dagegen.

  • AAAAS und AAAAS (2)

2015 starteten zwei Ligen, hauptsächlich mit Menschen, die sich in der Teergrube für Kommentartrolle vom weltbesten Sportblog allesaussersport.de tummeln. Da natürlich nicht alle die ganze Zeit am Ball bleiben, ist da jetzt Platz für Neueinsteiger. Wer schon immer mal gegen Sternburg und Stukkateur Soest antreten wollte …

  • Kreisliga Waldeck

Eine kleinere Liga (10 Spieler, kennen sich wohl auch alle im echten Leben.). Kann auch Spaß machen, da einzusteigen.

Wer eine neue Liga gründen möchte, bitte Bescheid sagen. Ich richte das dann ein.

Neueinsteiger

Richtig Spaß macht das Spiel mit ca. 15 bis 20 Teilnehmern pro Liga. Es gibt halt jeden Spieler der Bundesliga nur einmal. Stand 15.8. gibt es in jeder Liga noch zwei bis 10 freie Plätze. Ich versuche schnellstmöglich da bei der Anmeldung eine Übersicht einzubauen. Als Neueinsteiger ist es natürlich schwer gegen die Platzhirsche anzutreten. In der “Originalliga”, die seit 2004 läuft, braucht es schon einiges an Durchhaltevermögen. ABER: Neueinsteiger sind herzlich Willkommen, es ist auch kein Problem eine neue Liga aufzumachen.

Änderungen

Ich habe alle “inaktiven” Teams rausgeworfen und einmal durchgewischt. Wenn Euch etwas komisch vorkommt, bitte Bescheid sagen.

Die “neuen” Preise auf dem Markt (50 Millionen sind das neue 20 Millionen) gehen auch an Uli und Kalle nicht spurlos vorüber. Im ersten Schritt gibt es – wie im echten Leben – manchmal zufällig mehr Geld von TV und Sponsoring Partnern sowie kaputten Typen, die euren Stadionnamen kaufen wollen. Die Spieler haben aber auch Wind davon bekommen, was man heutzutage so verdient.

Übergangssaison

Die letzte Saison war die erste mit mehr als einer Liga. Ich werde mir im Laufe der nächsten Wochen überlegen, wie ich damit umgehe und weiter an den Logiken und Spielregeln drehen um die interessanten Entwicklungen etwas realistischer abzufangen. Außerdem bin ich vorsichtig optimistisch, dass ich die lange angekündigte komplette Überarbeitung und Verschönerung jetzt endlich mal auf die Reihe bekomme.

Bekannte Fehler und Probleme

  • Mannschaftsaufstellung auf mobilen Geräten => wir bis Saisonstart gehen
  • Amoklaufende Transfers => Bitte Bescheid sagen bis ich den “wahren” Grund endlich gefunden habe
  • Direkte Fragen an mich => baue ich demnächst ein, solange bitte alles hier in diesen Artikel als Kommentar abwerfen.

Ich wünsche viel Spaß und freue mich auf eine schöne Saison (und neue Transferrekorde).

 


Tschüss Reykjavik – Hallo 2016/17

Das Internet war etwas schwächlich in den letzten Tagen in Reykjavik. Natürlich gab es auch nach dem 4:0 von Fjölnir gegen IA Akranes noch Dinge. Vielleicht trage ich die nach. Mittlerweile sind wir aber wieder gelandet. Deutschland begrüßte mich mit einem 16-seitigem Anwaltsschreiben einer bundesweit bekannten Kanzlei, die droht und von mir 915 Euro wegen Filesharing fordert. (Für ein Beyonce Album, gnihi.) Das nennt man dann Kulturschock. Ich war zur fraglichen Zeit nicht einmal da, sondern halt in Reykjavik. Ich bin also nach meiner und wohl auch der gängigen  Rechtsauffassung (Abwesenheit, ordentlich verschlüsseltes W-Lan) nicht verantwortlich, muss mich jetzt aber trotzdem mit dieser idiotischen Sache auseinandersetzen und kann nicht den ganzen Tag die nie so ordentliche Wohnung wie nach diesem Tauschurlaub wieder vollkramen.

Viel wichtiger: Ab Montag startet dann offiziell meine Elternzeit. Und außerdem soll es, und das ist das relevante für die teilweise seit 2004 fiebrig auf den Sommertransfermarkt wartenden, am Montag mit Uli und Kalle und dem Tippspiel für die neue Saison losgehen. Das hängt ein bisschen vom Mittagsschlaf von Kind 2 ab. Und außerdem ist ja auch Olympia. Und allein die 1.000 Kommentare pro Tag auf aaaas.de lenken ab.

Ich habe hier außerdem jetzt die “Unterwegs” Abteilung integriert, es sieht alles ein bisschen anders aus (“Warum musste das schon wieder geändert werden 11!!11. Ein bisschen zur Geschichte hier). Wenn Kind 1 wie geplant die Betreuung von Kind 2 während meiner Elternzeit übernimmt, möchte ich nämlich Dinge wie Github, Sass, Foundation, Atom, Node, trallala ausprobieren, Uli und Kalle erneuern, eine “Im Modus“-Platte machen. Nur Spaß: Nicht, dass die “wir sind voll bewusst und 100% aufmerksam zu unseren Kindern” Fraktion so einen Ärger macht, wie die komischen Anwälte aus München. Nur Lust auf was Neues. Ab nächste Woche dann Sport, Musik, Potsdam und Babykotze hier.

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Fjölnir Reykjavik vs. IA Akranes

Sonntag Abend und noch ein kleines Zeitfenster im Urlaubsprogramm: Kind 1 stimmte zu, ja, wir gehen uns mal ein Fußballspiel anschauen. Neun der 12 isländischen Erstligisten spielen im “Großraum” Reykjavik, wir hatten also sogar Auswahl. Wir entschieden uns für Fjölnir Reykjavik gegen IA Akranes. (Der Meister FR Hafnarfjördur spielte erst Montag Abend)

In Reykjavik liegen die Stadien (jeder Verein hat ein eigenes) in der Regel neben einem Schwimmbad. Einlass in die Fjölnirvöllur (oder Extravöllur) also auch durch die Schwimmhalle. Kind 1 wird ob der Wasserrutsche kurz schwach, allerdings schließen die Bäder Sonntags schon um 18:00 Uhr. Also rein, Eintritt für Erwachsene 1.500 Kronen (ca. 10 Euro), Kind kostet nichts. Das Stadion fasst laut Wikipedia 1.200 Menschen, es gibt eine Tribüne und einen Erdwall auf dem spätestens in der zweiten Halbzeit die zahlreich anwesenden Kinder den Hang runterkullern und ansonsten Zuschauer sitzen. Flutlicht fehlt komplett. Die Sonne steht tief, die Trainer tragen Sonnenbrillen und Schirmmützen. Man hat einen schönen Blick auf die Stadt und die Berge.

Es spielt der Dritte gegen den Fünften. Die mir bekannten Reykjaviker Vereine KR, Valur und Vikingur dümpeln diese Saison eher im unteren Bereich der Tabelle.

Das Stadion ist gut gefüllt, viele Familien, viele Kinder, handgestrickte Fanpullover und sechs Ultras mit Fahne und Trommel. (Hú!) Alles ist angenehm geerdet, Mannschaftsaufstellungen verlesen, schrottige Musik, Tor, kurze Musik, Torschütze ausrufen: fertig.

Der Wind frischt auf, die Abstöße der Keeper unterscheiden sich zwischen den Halbzeiten um bestimmt 10 Meter in der Länge. Kind 1 entdeckt, dass es Süßigkeitenstände gibt, ansonsten werden Burger und Cola verkauft. Bier sehe ich nicht, alle haben trotz schönstem Sonnenschein dicke Jacken an und gute Laune. Gegen Ende (21 Uhr) wird es wirklich frisch. Viele Kinder rennen in Trikots rum und spielen neben dem Platz ihr eigenes Spiel. Die Ordner sind entspannt, auch wenn die Bälle mehrmals auf dem echten Rasen landen.

Die wertvollsten Spieler der Mannschaft sind laut Transfermarkt.de zwei Kroaten, die mir jetzt aber nicht besonders auffielen. Wer weiß, ob die überhaupt spielten. Es gab zwar eine Anzeigetafel, die zeigte aber nur Spielzeit und Ergebnis an.

Fjölnir gewinnt 4:0, uns auffällig ist vor allem die Nummer 4 (Gunnar Már Guðmundsson), ein groß gewachsener Mittelfeldspieler, der mit Kopfbällen häufiger den gegnerischen Keeper vor Probleme stellte und auch das 1:0 köpfte. Das Niveau ist überschaubar. Keine groben Fehler, aber es fühlt sich nicht wie etwas an, aus dem ein Team erwächst, das England in einem Achtelfinale einer EM schlägt.

Die Stimmung ist super. Es gibt freundlichen Applaus, Gesänge (von den sechs Ultras im Wechselgesang mit dem Balkon des Schwimmbads), Fähnchen und nette Gespräche. Kind 1 möchte die ganze Zeit singen, hat sich einen eigenen Fangesang ausgedacht, scheitert aber an der Aussprache von Fjölnir und fragt oft, wann es denn endlich gelbe und rote Karten gibt, was die Männer mit den Fahnen an den Linien machen und wer da immer so rumbrüllt. (Antwort: Im Fußball wird die ganze Zeit gebrüllt. Das muss so.) Außerdem war es, wie schon den ganzen Urlaub, verwundert, dass ich das ganze isländische Gebrabbel nicht simultan übersetzen kann.

Trotzdem. Erste Liga. Das Spiel wird mit mindestens 3 Kameras gefilmt. Es gibt einen Liveticker mit Noten, es wird ernst genommen. Fjölnir klettert auf Rang 2 der Tabelle. Durch die Niederlage von Hafnarfjördur heute Abend gegen KR kann das sogar noch ein spannendes Meisterschaftsrennen werden.

Das Kind ist glücklich und wäre auch noch heute mit mir zu Hafnarfördur gegen KR gegangen, es hoffte auf weitere Lollies und Popcorn. Dann waren wir aber doch wandern.


Laugardalsvöllur

Island. Europameisterschaft. Da war ja was. Das Stadion, in dem die Nationalmannschaft ihre Heimspiele austrägt, Rudi Völler erinnert sich, liegt im Stadtteil Laugardalur, direkt neben dem größten Schwimmbad der Stadt. Nach dem Haare fönen, schlenderten wir mit einem Eis in der Hand auch einmal vorbei – und rein, das Haupttor war offen und Tribünen gibt es sowieso nur auf den Geraden. Hübsch, mit Laufbahn und amtlichen Flutlichtmasten. Überhaupt eine sportliche Ecke, die Gegend. Schwimmbad, Stadion, Leichtathletik-Platz mit jugendlichen Speerwerfern und Stabhochspringern. (Ok, heute schien die Sonne, für Kontinentaleuropäische Fußballmannschaften an einem grauen Novembertag in der Quali wirkt das wahrscheinlich nur klein, grau und wie “Hauptsache ich blamiere mich hier nicht“.)


Skogar und Vík

Die Anzahl der ausländischen Touristen in Island hat sich seit 2010 fast verdreifacht. Im Schnitt kommen jedes Jahr ca. 20% mehr Gäste. Auf Dauer lassen sich Naturschönheiten wie die Südküste halt auch schwer geheim halten. Und so hatten wir den Skogarfoss und den schwarzen Strand (Reynisdrangar) bei Vík im Gegensatz zu 2009 halt nicht für uns allein. Allerdings waren wir ja auch schon drei Personen mehr und die ganze Szenerie ist deswegen auch nicht weniger atemberaubend. Die neuen “finnischen Clubs” sind wahrscheinlich die Westfjorde (tätowiert und erwandert), die Südküste ist zumindest schon “Plattenvertrag mit englischem Indie-Label”. Aber wir sind ja nicht auf der Jagd nach Hipsterpunkten. (Und es gelingt immer noch fast mühelos, Bilder ohne fremde Touristen zu machen.)

Kind 1 möchte nie wieder von den Felsen von Dyrholaey weg und will dort den ganzen Tag klettern und Steine suchen. Der Skogarfoss ist wirklich ganz schön nass und an den Felsen von Vík stehen Schafe bis oben entspannt am Steilhang und glotzen aufs Meer. Zwischendurch grüßen aus den Wolken die beiden ortsansässigen Gletscher. Eine tolle Tour.