Author Archive for robert

Ode an den Sport

War Chelsea das Team auf einer Mission, wie die Dallas Mavericks mit Dirk letztes Jahr? Kann man den Bayern einen Vorwurf machen? Außer, dass sie vielleicht mal Standardsituationen trainieren sollten? Gewinnt die EM auch ein Team, dass den Mannschaftsbus im Strafraum parkt? Ist es gerecht, dass Drogba und Lampard doch noch einmal die Champions-League gewinnen, wenn keiner mehr damit rechnet? Ist es gerecht, dass Schweinsteiger, der, nicht auf der Höhe seines Leistungsvermögens trotzdem den 5. Elfer schießt, den fucking Pfosten trifft, anstatt (in der Nachbetrachtung “platziert rechts unten ins Eck”) zu treffen? Ist es eine Ironie des Schicksals, dass Drogba einen dusseligen Elfer verschuldet, den Robben dusselig verschießt, um dann zum Held des Spiels zu werden? Bin ich zu alt für die ganze Aufregung?

Keine Ahnung. “Ist halt Sport”. Ganz großartig. Irgendwie. Dieses Fußball. Maximale Action auf minimalem Raum. Drama, baby. Und trotzdem ich mir einen anderen Ausgang des Abends gewünscht hätte. Es ist großartig, dieses Fußball-Dings. Und ich hoffe, Schweinsteiger und Lahm und Müller und Gomez und Konsorten gewinnen demnächst – vielleicht schon bei der EM, oder ganz antizyklisch nächstes Jahr in der Champions-League – auch mal einen großen Titel. Es wäre schön. (Und unabhängig von Fan oder nicht Fan der Bayern. Bei so einer Niederlage, so einem Spiel, sollte jeder einen Moment Schweinsteiger und Co in Ruhe lassen, das mal setzen lassen, kein Kram von “Trauma”, “Vizedingsbums” und “Auswirkungen auf die EM” erzählen. Sondern sich ins Gedächtnis rufen, dass Sport halt nun mal so ist. Punkt. Wie sagt Twitter: “I hate, that I love Football”. Auf ein neues, wenn wieder eine Mannschaft, die man gewinnen sehen möchte, im Elfmeterschießen beim letzten Schuss den Pfosten trifft oder den Ball rein macht. War ne schöne Champions-League-Saison.

Wow.

Große Welle. Sehr große Welle.

Gerade bestätigt als neuer Weltrekord von Garrett McNamara.

Wieso ermittelt der DFB, wenn Ryan Babel Blödsinn twittert?

Ich verstehe es immer noch nicht. Ryan Babel schreibt was halblustiges, halbgemeines auf Twitter über seine rote Karte gegen die Hertha. (“I don’t know, the ref was on drugs”) Und der DFB-Kontrollausschuss belegt ihn wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Strafe von 3.000 Euro. Wieso hat der DFB über die Meinungsäußerungen von Herrn Babel via Twitter zu richten? Weil es öffentlich ist? Würde der DFB auch so richten, wenn Herr Babel (oder ich, oder irgendwer) SICH auf einen Marktplatz stellen würde und schreien würde. “Schiedsrichter, Eierkopp”? Das geht in die Richtung, die hier Anfang der Saison schon einmal Thema war. Das Dortmunder Webradio und die ominöse Sperre. Es steht ja dem Schiedsrichter frei zivilrechtliche Schritte zu unternehmen, wenn er sich beleidigt fühlt. Es steht dem Arbeitgeber Hoffenheim frei wegen geschäftsschädigenden Verhalten abzumahnen. Aber wieso darf der DFB das? Das ist eine fucking Sportgerichtsbarkeit. Kann diesem Treiben irgendein findiger Jura-Student mal ein Ende bereiten. Danke.

1103 oder die Saison im Uli und Kalle Managerspiel

Herzlichen Glückwunsch den “The LoveSaviors” zum souveränen, verdienten und rekordbehafteten Titelgewinn im Uli und Kalle Managerspiel 2011/12. 1103 Punkte sprechen eine deutliche Sprache. Über 200 Punkte Vorsprung auf Platz 2 ebenso. Trotzdem war es eine spannende Saison, wie man an dem gerade mal 1,25 Punkten Unterschied zwischen Platz 2 und 4 sieht.

Ich bedanke mich bei allen Mitspielern, entschuldige mich noch einmal hochoffiziell für die nicht fertig gestellten Baustellen in dieser Saison und verspreche, dass zum Start der neuen Saison alles besser ist. Und deswegen fasele ich jetzt auch nicht lange rum sondern gehe a) schnell das Euro-Spiel weiterprogrammieren damit ich dann b) gleich danach die Saisonvorbereitungen starten kann und würde mich c) freuen, wenn Ihr nächste Saison alle wieder mit dabei seid. Alle alle.

Das wäre schön.

RIP Adam Yauch

Hurricane-Festival 1998. Die Beastie Boys mit einer riesengroßen auf der Bühne Basketball spielenden Band (unter anderem mit dem Keyboarder Money Mark, der schon am Vormittag auch auf der Hauptbühne auftrat und abends nicht mehr wirklich nüchtern war) als Headliner auf dem einzigen abartig großem Festival auf dem ich je gewesen sein werde. (und das war damals mit ca. 20.000 Zuschauern im Vergleich zu heute noch klein) Sonntag Abend. Letzte Show vor der Abfahrt. Auf einem staubig trockenem Feld irgendwo im nirgendwo. Umwerfend, fantastisch und ganz wunderbar. Schön, die live gesehen zu haben. Und Sabotage ist immer noch ein so unglaubliches Brett von Song. (Ja liebe Kinder, das war vor der Youtube-Zeit. Das kann man nicht verlinken oder einbetten. Damals gabs noch keine Handykameras sondern nur kaputte Dreier-Golfs auf einem Festival. Deswegen muss man sich das jetzt mal bitte ganz ohne Video vorstellen. Dieses Stück Jugendkultur. Und den Einfluss, den diese Band sowohl live als auch bei jeder verdammten Indiedisko hatte.)

Michi

Niemand wird jemals abschließend beurteilen können, wer jetzt schuldhaft mehr Porzellan zerschlagen hat. Dumm gelaufen auf jeden Fall, die letzten zwei Jahre. Also eigentlich alles nach dem Tritt von Kevin-Prince. Im Mai 2010 gab es noch eine Brennpunkt-ähnliche Sportschau Extra nach der Tagesschau. Joachim Löw sprach von “Schock”, “Weltklassespieler” und “unser Kapitän”. Millionen Fußballfans starrten entgeistert das Panini-Heftchen an und fragten sich, wer denn diejenigen sein sollen, die laut Bundestrainer “jetzt die Verantwortung übernehmen sollen”. Der komische Özil etwa, der bei Schalke nicht klar kam und sowieso viel zu dünn ist? Der Ausgang ist bekannt. Ballack spielte nie wieder für die Nationalmannschaft, war häufig verletzt und auch Leverkusen – wo man dachte, na das war ja ne weise Entscheidung da hin und nicht zu Wolfsburg zu gehen – wurde durch ihn und er durch den Klub nicht recht glücklich. Niemand wird jemals abschließend beurteilen können, wer die eingeschnapptere beleidigte Leberwurst in dem Theater ist, aber: Schon komisch, Raúl war zwei Jahre bei Schalke 04 und das ganze Stadion, die ganze Fußballnation (ich auch) liegt ihm huldigend zu Füßen. Der beste und erfolgreichste deutsche Fußballer des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts hingegen wird bei seinem letzten Heimspiel in der Bundesliga irgendwann im Niemandsland der zweiten Halbzeit eingewechselt, es wird höflich applaudiert und dann wars das. Finde ich nicht angemessen.

Deshalb hier ausdrücklich, wenn die das in Leverkusen nicht hinkriegen. Danke Michael Ballack. Für Japan und Südkorea 2002, für dynamisches Kopfballspiel, für “Capitano” bei der WM 2006, für die aufgepusteten Backen gegen Österreich. Danke auch für das Eigentor gegen Unterhaching, für die vielen zweiten Plätze. (Aber hey, welcher aktive deutsche Profi kann im Moment eigentlich einen internationalen Titel sein eigen nennen? Mir fällt keiner ein. Doch Mathias Schober. Schalke Uefa Cup irgendwann im letzten Jahrtausend.) Dafür, dass Du nach vielen Jahren der erste deutsche Profi warst, der sich ins Ausland zu einem Spitzenklub getraut hat. (Nein, Metzelder auf der Bank von Real Madrid zählt nicht) Danke für den ehrlichen Frust nach dem verlorenen Finale bei der EM 2008 gegen Spanien wider das Bierhoffsche Heitidei.

Schön wäre es, wenn Du nicht den Weg des redseligen Lothars einschlagen würdest. Wenn Du in Würde und nicht als Trainerdarsteller oder Möchtegernexperte in Zukunft präsent sein würdest. Ich bin mir da nicht sicher – siehe oben – da fehlt einem ja der tiefere Einblick und ein bisschen auch das Interesse an den Schlammschlachten der Egos. Mal sehen. Ich bin auf jeden Fall ein bisschen gespannt, ob man nach einem Profidasein als prägender Spieler eines Jahrzehnts auch später cool sein kann. Freuen würde es mich. Viel Spaß in Amerika. Oder wo auch immer. Und genieß die Zeit, wo Du keine Berater mehr brauchst.

Licht. Aus. An?

Ebräerstraße. Potsdamer Innenstadt. Dienstag, 10. April, kurz vor 22 Uhr. Alle Straßenlaternen auf einmal aus. Zwischendurch mal an, dann wieder aus. Zwei Hertha-Fans in der Schaltzentrale der Potsdamer Stadtwerke? Zwischen Desillusion und leiser Hoffnung? Oder Korrelation mit Roman Hubniks Leistung (Eigentor, Tor, trotzdem verloren)? Billige Witze auf Kosten anderer, tschuldigung.

Fußball im April kurz vorm Sommer

Der eine Spieltag ist noch nichtmal ausgewertet. Feiertag und so. Da fängt schon der nächste an. Nummer 30. Endspurt sozusagen. Mit dem Spiel Platz 1 gegen 2. Vorentscheidung, tralala. Heißt auch. Noch ein bisschen Pokalfinale und Champions-League und dann steht die Europameisterschaft quasi schon fast vor der Tür. Mit Kadernominierung, Testspielen, possierlichen Experten bei ARD und ZDF und allem Schnick und Schnack. Und zu großen Turnieren ist ja immer schönes Wetter. Nicht so wie jetzt über Ostern. Also quasi nur noch dreimal schlafen und es sind 30 Grad und in Polen und der Ukraine beginnen die Spiele. Es wird also langsam Zeit, das mal vorzubereiten. Mit Brot und Spielen für alle. Ich fang dann mal an. Um nicht wieder so spät wie bei der WM fertig zu werden. Mal schauen, welche schöne Ideen genug Zeit finden. Anstregend so eine EM-Vorbereitung.

Fiss 2012

Viel Bewegung an der frischen Luft. Und im Gegensatz zu Ostern hier – sehr schönes Wetter.

(Schon verrückt, was man mit diesen kleinen Videokameras und den handelsüblichen Schnittprogrammen für ein Spaß haben kann.)

Ausgetanzt

Ja ok. 33,8 Millionen Hits bei Youtube sprechen dafür, dass das sowieso die ganze Welt kennt. Ich aber bis heute nicht. Mir fiel nur im Kontext der Hymnen auf die Reussche-Fummelei und dem Betrachten dieses menschlichen Roboters ein, dass austanzen ein ganz zauberhaftes Wort der Fußballersprache ist, welches mir im sonstigen Leben noch nie über den Weg gelaufen ist. Und dass selbst Marco Reus verwirrt wäre und ihm das Betrachten der Füße des Verteidigers nicht viel bringen würde, wenn sich, sagen wir mal, Mats Hummels mit solchen Moves vor dem Anstürmenden aufbauen würde. Von wegen ausgetanzt.

(Wie selten das Wort ist, merkt man auch daran, dass das billig-T9 vom Mac-OS X aus “ausgetanzt” das doch auch eher seltene “ausgestanzt” macht. Oder die Amis haben einfach keine Ahnung vom Fußball.)

via

gehts raus und spielts fußball