Bürgertum hinter Gips

Bürgerliche Kultur – das muss man denen, die im Namen des aufgeklärten preußischen Bürgertums alle Spuren der Ostmoderne eliminieren wollen, noch mal sagen – bedeutete auch einmal, das Vorhandene zu pflegen und Respekt vor denen zu haben, die da waren, bevor man selbst kam. Daraus könnte man einiges für den Umgang mit dem Erbe der Ostmoderne ableiten.

In der FAZ: Ein sehr weiser, gut formulierter Blick von außen auf die fürchterlichen Potsdamer Rekonstruktionsbemühungen. Und es geht “nur” um das Ensemble am Alten Markt und nicht einmal um die Garnisonkirche.

 

2 Kommentare

  1. Loopert

    Ich finde den Artikel auch äußerst gelungen, vor allem weil er mehr oder weniger offen benennt, was in dieser Stadt (in diesem Land) grundsätzlich falsch läuft: Eine kleine Geldelite drückt die eigenen Vorstellungen gegen jeden Widerstand durch. Und keinen interessiert es…

  2. robert

    Findest Du, dass es niemanden interessiert? 15.000 Unterschriften sind ja nicht wenig. Und den Diskurs gibt es in Potsdam ja durchaus. Interessanter finde ich, wie fundiert die Bestrebungen als kleingeistige Geschmacksverirrung entlarvt werden. Das ist das für mich neue, in Potsdam hatte man das Gefühl, dass es die Diskussion Wiederaufbau vs. DDR Architektur gibt, aber nicht, dass unabhängig davon, die propagierte Ästhetik wahrhaft provinziell ist. So eine Stimme hätte ich mir eher vom “Bürgertum” der Stadt gewünscht.

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