Der schlechteste, beste, seit 100 Jahren, holprige, überzeugende, spannende, wahnsinnige, unglückliche Saisonstart beschäftigt Fußballdeutschland. Der interessierte Beobachter fragt sich manchmal, wann eben jener beendet ist. Nach einem Spiel oder nach 10? Nach genau 1000 absolvierten Spielminuten? Ist nicht die ganze Hinrunde ein einziger Saisonstart? Oder doch nur der Anpfiff des allerersten Spieles? Niemand nimmt es da so genau und so bleibt der Begriff ein so beliebtes wie unsinniges Spielzeug von Kolumnisten und Meinungsmächtlern. Ein Start bezeichnet den Beginn von irgendetwas, insofern ist für alle Beteiligten der Saisonstart der Saison 2008/09 am Freitag, den 07.08. um 20.30 Uhr von Dr. Felix Brych vollzogen worden. Und deswegen kann eigentlich nur Dr. Brych – je nach persönlicher Einschätzung der Voluminösität und künstlerischer Vollkommenheit seines ersten Pfiffes – von einem gelungenem oder misslungenem Saisonstart sprechen. Genau genommen.
Sind die Bayern jetzt vollkommen plemplem? Was wollen die denn mit Robben. Ständig verletzt und weder bei Chelsea noch bei Real ein echter Stammspieler. Noch dazu für FÜNFUNDZWANZIGMILLIONENEURO? Und überhaupt? Jetzt prügeln sich für die Stelle auf Linksoffensiv gleich 3.5 Leute: Ribéry, Schweinsteiger, Robben und (Pranjic). OhGottohGott! Uli, geh heim!
Die meisten Menschen, die das Tippspiel-Plugin benutzen sind nett. Und die meisten Fragen, die aufkamen, konnten irgendwann beantwortet werden. Da es aber auch viele unhöfliche Menschen im Internet gibt, die sich meine Telefonnummer aus dem Telefonbuch suchen, mich zu Hause anrufen und dann pissig werden, wenn man keinen telefonischen Support geben will oder andere Menschen in der Wohnung keine Ahnung haben, wovon der Typ spricht, muss ich hier noch einmal einiges klar stellen.
Das Plugin steht ab jetzt unter folgender CC-Lizenz. Ihr dürft das verändern, bearbeiten, etc. Die in der Lizenz enthaltene Pflicht zur Namensnennung entfällt in der aktuellen Version, da dort nichts eingebaut ist, was automatisch einen Link zu mir erzeugt. Ihr dürft das gerne in einem Artikel machen, müsst es aber nicht. Wie schon in dem allerersten Artikel beschrieben: Bei kommerzieller Verwendung möchte ich gefragt werden. Wenn Ihr nicht sicher seid, ob eine kommerzielle Verwendung vorliegt, fragt auch einfach. Ich will damit kein Geld verdienen oder jemand ärgern und habe sicherlich manchmal auch gar nichts gegen eine kommerzielle Nutzung. Die Erlaubnis dafür gibt es aber nicht pauschal. Der Ton macht manchmal die Musik.
Alle Fragen, die auftauchen – ich bin mir total darüber im Klaren, dass das ein Stück Software ist, was viele Macken aufweist - dürfen sehr gerne in den Kommentaren gestellt werden. Man darf auch gerne eine Mail an die Adresse im Impressum schreiben. Und wenn man höflich ist, kann man viele Sachen auch über Skype klären. Man muss allerdings die Nerven haben, manchmal ein bißchen auf die Antwort zu warten. Wer meint wegen auch nur “lediglich einer oder zwei Fragen”, bei mir zu Hause anzurufen, wird entweder vom Kind angebrüllt, abgewimmelt oder vollgepflaumt und rutscht in der Karma-Liste extrem weit nach unten. Es gibt keinerlei Anspruch auf Korrektheit des Plugins, keinen Anspruch auf Support, usw.
Es ist mir unangenehm, dass ich das so deutlich betonen muss, aber manche Leute haben scheinbar ein komplett anderes Verständnis von guten Umgangsformen. Und hier gilt meins.
… ist nicht Usain Bolt. Sondern Steven Hooker. Der australische Stabhochspringer – Sieger in Peking – kam hochgradig verletzt in Berlin an, mogelte sich durch die Quali und gewann heute mit einem einzigen gültigem Sprung (von ingesamt zwei) Gold. Er wartete erst einmal ab, bis sich das Feld lichtete, stieg bei 5,85 ein und kam knapp nicht über die Latte. Als dann der Franzose Romain Mesnil (der, der auf Sponsorensuche nackt durch Paris trabte) eben jene Höhe übersprang, legte Hooker 5,90 auf, hüpfte rüber, war Weltmeister, weil alle anderen scheiterten und kann wahrscheinlich die nächsten Wochen nicht mehr laufen. Großartige Geschichte. Großer Sport. Leider ging das etwas unter, weil die beiden deutschen Nasen schon früh ausschieden und sich zumindest das ZDF damit nicht wirklich beschäftigte.
Hooker bei seinem Weltmeistersprung
Hier der Franzose bei seiner Promo-Aktion. Youtube findet diese Videos übrigens alle anstößig. Meine Güte…
Ratlos ist man, wenn man Herrn Bolt vor den Augen der Weltöffentlichkeit seinen eigenen Weltrekord um eine 11 Hundertstel verbessern sieht. Man kann sich dem Reiz eines 100-Meter-Finals schwer entziehen. Und – gottseidank – man muss als Zuschauer im Stadion nicht sofort wie das ganze Journalistenvolk die ganze Nummer möglichst sauber einordnen.

Der große Unterschied zwischen einem Sprintfinale im Stadion und vor dem Fernseher: Auch vor dem Bildschirm merkt man die Spannung, die sich kurz vor dem Start über das Stadion legt. Das ist aber vor Ort noch eine ganz andere Nummer. Gerade weil, dramaturgisch perfekt, kurz vorher die deutsche Siebenkämpferin Jennifer Oeser erst auf die Fresse flog und dann doch noch zu Silber hechelte und Nadine Kleinert am entgegengesetztem Ende des Stadions mit der Kugel ebenfalls zu Silber stieß.
Und dann war auf ein Mal Ruhe. Nachdem vorher der ganze Abend mit so einem Dauermurmeln und Anfeuern aus den unterschiedlichsten Ecken doch eher laut war. Und da war dann die Gänsehaut, wenn ein Stadion plötzlich so still ist, dass man eine Stecknadel fallen hören kann. (Übrigens für die Fans beim Elfmeter der gegnerischen Mannschaft eine ernsthafte Alternative: Ich wette, der Schütze ist irritierter, wenn alle komplett leise sind und nicht pfeifen, grölen oder brüllen um ihn zu verunsichern)

Während nach dem abartig schnellem Lauf (6 Läufer unter 10 Sekunden) sieben von acht Läufern tot auf der Bahn lagen, flitzte Bolt noch weiter um die Kurve. Beim Zieleinlauf ein kurzer Blick auf die Uhr, weiterrennen und dann irgendwo auf der Gegengerade der Jubel.
In diesem Moment möchte man nicht über Doping nachdenken – auch wenn es einem sehr schwer fällt. Weil 9:58 einfach eine ganze Ecke zu schnell ist. Und man sich als Zuschauer einfach nur wünscht, dass der wirklich so schnell und so cool ist. Und weil man es ihm trotzdem nicht abnimmt. Wer weiß, ob man das je erfahren wird, was Bolt wirklich zu dieser Dominanz treibt: Training, Talent oder die Pharmaindustrie? Und so bekommt der schöne Tag bei der Leichtathletik-WM das Gschmäckle, mit dem der Leistungssport sich irgendwann zu Grunde richten wird, weil es einem die ungetrübte Freude raubt. Nicht in dem Moment, aber ich will ja lieber in 10 Jahren sagen: “Ich war dabei, bei dem Weltrekord 2009″ und nicht “Ich war dabei, als Usain Bolt Weltrekord lief, der sich als Schwindel raustellte und aus den Geschichtsbüchern getilgt wurde.”
Alle bitte anschnallen, brav die Tipps eingeben und die Mannschaften aufstellen. Es geht dann mal los, mit der Bundesliga.
Nach dem sich die Gemüter ein wenig beruhigt haben, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um auf das traurige Schicksal eines Mannes aufmerksam zu machen, das in den Tagen des Mammons keinerlei Beachtung gefunden hat. Nachdem sich einige selbst verschuldet verschuldete Manager zu Opfern stilisiert haben, soll in diesem Artikel nun das wahre Opfer im Fokus stehen: Philipp Heerwagen.
Von Kleinmachnow wurde er ins ferne Stavanger geschickt, wo er festgenommen und für kurze Zeit in ein Zwischenlager gesperrt wurde, um gleich darauf wieder in Bochum vorstellig zu werden, von wo man ihn auf einem Traktor in die deutsche Hauptstadt verschleppte, die er nur durch die Zahlung eines Lösegeldes verlassen konnte, um dann über den Umweg Bochum seinen eigentlichen Bestimmungsort Stavanger zu erreichen.
Man mag es kaum glauben, aber das ist dem Philipp alles an einem Tag geschehen. Seither sitzt er völlig verstört im Tor auf dem Stavanger Dorfplatz und weigert sich, den Fünfmeterraum zu verlassen. Und wer denkt, die Geschichte könnte noch ein gutes Ende nehmen, den muss ich leider enttäuschen. Denn es sind schon wieder finstere Kräfte am Werk, die den armen Philipp einfach nicht in Ruhe lassen. So hat schon wieder einer jener fiesen Fußballmanager die Abwesenheit Helmut Schöns ausgenutzt, um Philipp in noch tiefere Abgründe der Tabelle hinabzuziehen.
Lasst Philipp in Ruhe, ihr Schweine!!!
# knopper
Juli 29, 2009 um 3:45
warum sind die hartzer roller noch dabei? sind doch zurückgetreten.
bitte das team entfernen.danke. kein mensch möchte solch miesepeter mit im boot haben.auf wiedersehen.und tschüß.
# 2 LXSeal
Juli 29, 2009 um 7:04
Das sagt der Richtige. Im Team auflösen hast du ja Erfahrung!
# 3 knopper
Juli 29, 2009 um 11:32
Ja genau, ich habs wenigstens auch gemacht, und nicht nur angekündigt.
knopper
August 2, 2009 um 1:31
möchte mich vorher noch von den mir wichtigen leuten verabschieden, als da wären “loddar” – den wohl cleversten manager weltweit, weiterhin janne von der wormatia, sowie gazza und natürlich trotz seiner entscheidung “mv” robert.
werde jetzt wohl das kicker-managerspiel unsicher machen.
machts gut jungs.
bin dann mal weg.
Und jetzt ist der Herr Höchstbietender bei einem Nürnberger Spieler. Wie er da wohl wieder rauskommt.
Darf man eigentlich das Elfmeterschießen beenden, wenn man blutet? Normalerweise muss der Spieler doch vom Feld. Aber wechseln ist ja auch schlecht zu diesem Zeitpunkt.
Hätte Rost nicht seine Fresse hingehalten, hätte es vielleicht heute noch die zweite Trainerentlassung vor Start der Bundesliga gegeben.
Das ist ja wie im Uli und Kalle Managerspiel. Gleich ein Rausschmiss/Rücktritt/Ablösung vor dem ersten Spieltag. Andersen vor dem Aus bei Mainz? Gewagter Move nach Abschluss einer kompletten Vorbereitung. Aber eine schöne Schlagzeile zum Auftakt der ersten Bundesligawoche der neuen Saison.
[update] Die schmeißen tatsächlich den Trainer raus. Gab es das schon einmal? Den ersten Bundesligaspieltag mit einem Interimscoach?
1. (1.)
2. (3.)
3. (2.)
Kommentare