Peters Halbwertszeit

Die Halbwertszeit ist grundsätzlich die Zeit, in der sich ein exponentiell mit der Zeit abnehmender Wert halbiert hat.

Im engeren Sinne wird der Begriff benutzt, um die Zerfallsgeschwindigkeit von Radionukliden zu bemessen. Im weiteren Sinne eignet sich die Halbwertszeit jedoch auch, um die Aussagen abgehalfterter Bundesligatrainer zu gewichten.

Das Zerfallsgesetz für ein radioaktives Präparat mit N0 Kernen lautet

Nach der Zeit t sind also von N0 Ausgangskernen noch N(t) übrig. Hierbei ist die Geschwindigkeit der Abnahme durch die Zerfallskonstante ? (Lambda) bestimmt. Sie ist das Reziproke der mittleren Lebensdauer Tau ? = 1 / ?, also der Zeit, nach der die Zahl der Atome sich um den Faktor e verringert hat. ? unterscheidet sich von der Halbwertszeit T1/2 nur um den konstanten Faktor ln(2): T1/2 = ? ln(2) ? 0,693 ?.

Und hier kommt Peter Neururer ins Spiel. “Der Klub und ich gehören ins Oberhaus”, “Wenn ich das in der Gemeinschaft zeigen kann, was ich draufhabe, dann sind wir am Ende der Saison in der ersten Liga.” tönt es von der Wedau im kicker Sportmagazin. Große Ambitionen für den MSV, aktuell auf Rang 11 der Tabelle der zweiten Bundesliga. Neun Punkte trennen die Zebras vom Relegationsplatz zum Oberhaus, vier zum Relegationsplatz zur dritten Liga.

Zurück zur Physik. Gehen wir von zwei Ausgangsaussagen (N0=2) aus: “Ich habe was drauf”, “Der Klub ist am Ende der Saison in der ersten Liga” (eventuelle Nebenbedingungen à la “aber nur, wenn wir in der Winterpause Franck und Luca kaufen” bleiben hierbei unbetrachtet, interessierte Studenten melden sich während meiner Sprechstunde bei mir). Schwierig wird es, eine Zerfallskonstante für Neururers Aussagen zu bestimmen. Man möge dazu die mittlere Lebensdauer seiner Engagements als Trainer (siehe Transfermarkt) berücksichtigen, etwa ein Jahr, mit Ausreissern nach oben (Bochum) und unten (Essen, Hertha, Düsseldorf).

In Anbetracht dessen, und unter Berücksichtigung des Kaders des MSVs sowie der fortgeschrittenen Saison, ist zu vermuten, dass sich die Halbwertszeit der getroffenen Aussagen in etwa zwischen denen Iods (131I) und Schwefels (35S) einreiht (siehe Tabelle 1).

Die geneigte Leserschaft möge in Eigenarbeit untersuchen, an welcher Stelle die folgenden Trainer einzuordnen wären: Ottmar Hitzfeld, Lothar Matthäus, Sir Alex Ferguson, Mario Basler, Walerij Lobanowskyj, etc.

Tabelle 1: Halbwertszeiten einiger radioaktiver Nuklide.

Element Formelzeichen Halbwertszeit
Tellur 128Te ca. 7·1024 Jahre (7 Quadrillionen Jahre)
Selen 82Se ca. 1,08·1020 Jahre (108 Trillionen Jahre)
Bismut 209Bi ca. 1,9·1019 Jahre (19 Trillionen Jahre)
Thorium 232Th 14,05 Mrd. Jahre
Uran 238U 4,468 Mrd. Jahre
Uran 235U 704 Mio. Jahre
Iod 129I 15,7 Mio. Jahre
Plutonium 239Pu 24.110 Jahre
Kohlenstoff 14C 5.730 Jahre
Radium 226Ra 1.602 Jahre
Plutonium 238Pu 87,74 Jahre
Caesium 137Cs 30,2 Jahre
Strontium 90Sr 23,78 Jahre
Tritium 3H 12,36 Jahre
Cobalt 60Co 5,3 Jahre
Schwefel 35S 87,5 Tage
Peter Neururers Aussagen 00Pn x Tage
Iod 131I 8,07 Tage
Radon 222Rn 3,8 Tage
Francium 223Fr 22 Minuten
Thorium 223Th 0,6 Sekunden
Polonium 212Po 0,3 µs
Beryllium 8Be 9 · 10-17 s (90 Trillionstelsekunden)

7 Kommentare

  1. Allan Simonsen

    Wow,
    schön, dass mal jemand die Alltagssprache der kickenden Zunft und der darüber berichtenden Journaille so wissenschaftlich fundiert analysiert.

  2. robert

    Zur Wiedervorlage dann also wöchentlich einmal zwischen dem 26. November und 28. Februar. Dann können wir die Halbwertzeit von Peters Aussagen genauestens bestimmen.

  3. Mantelsportredaktion

    Die Mantelsportredaktion hatte leider keinen wissenschaftlichen Taschenrechner zur Hand. 00Pn ist inzwischen exotherm zu 04Pn reagiert.

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