Discgolf Experience – Juli 08

Status: Stagnation auf niedrigem Niveau. Trotz des Zukaufs der Weitwurfweltrekordscheibe konnte sich niemand verbessern. Das lag entweder an dem enormen Besucherverkehr an einem Sonntag im Park, an dem Bienenstich zu Beginn der Runde oder schlicht daran, dass unsere Technik immer noch unter aller Sau ist.

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Wir hatten uns extra im großen Internet von einem einbeinigen Amerikaner den X-Step zum formvollendeten Abwurf erklären lassen. Trotzdem gab es wieder zahlreiche Ausflüge ins Gebüsch, zahlreiche abgeschossene Bäume. Ab und zu rutschte auch mal ein gelungener Wurf raus. Hauptsächlich wieder bei Allan “Loddar” Simonsen. Weswegen er auch diesmal wieder gewann. sl370885.JPG

Ich hoffe, ich habe mich diesmal richtig erinnert

02.07.2008 06.07.2008
Allan “Loddar” Simonsen 57 (+15) 61 (+19)
Robert 63 (+21) 63 (+21)
Janne 66 (+24) 67 (+25)
Gazza 65 (+23) 65 (+23)
Anne 74 (+32) 75 (+33)

Discgolf Experience – Juli 08

Über Frisbeegolf wurde an dieser Stelle ja schon einmal berichtet. Da sich bei nahezu jeder sportlichen Betätigung in unserer Runde in kürzester Zeit ein gewisser Ehrgeiz einstellt, haben wir es natürlich nicht bei diesen Pappkisten belassen, zumal unsere kleine Provinzstadt doch tatsächlich mit einem semi-professionellen Disc-Golf-Parcour gesegnet ist. Vor einem Monat schlugen wir dann also das erste Mal mit unseren lustigen bunten Billigfrisbees im Volkspark Potsdam auf und kämpften uns durch Gestrüpp und über die 14-Korb-Bahn. Schnell war klar, dass eine Professionalisierung des Treibens notwendig ist. Schließlich sind die Bahnen allesamt um die 100 Meter lang und als Par 3 gekennzeichnet. Unsereins schmiss die Scheiben allerdings mit viel Schulter-Verdrehen höchstens 30 Meter weit. Das weise Internet wies uns den Weg in die professionelle Discgolf-Materie. Minimum drei Scheiben braucht der ambitionierte Werfer. Einen Putter, eine Mid-Range-Scheibe und einen Driver. Soweit so gut, eingekauft, bewundert, an den lustigen Namen wie Spider, Dragon und Beast erfreut und dann los. Eine sehr schöne Erfahrung, einen Art Sport quasi komplett von vorne zu lernen. Inklusive weitestmöglicher Streuung beim Abwurf, dem Abschießen des einzigen dünnen Birkenbaumes auf dem Weg zum Korb und dem Suchen der Scheiben im Dickicht. Alle Nase lang trifft man ein paar Experten, deren Würfe deutlich machen, dass es erstens nicht um Kraft geht und zweitens wieviel Luft nach oben wir noch haben. Das lässt mich persönlich hoffen, dass irgendwann auch nicht mehr alle Gelenke wehtun.

Persönlich bin ich mit meiner ersten kompletten Runde zufrieden. Immerhin habe ich das erste Mal in meinem Leben ein Par geworfen. Allerdings reizt es mich schon in Zukunft die Würfe zumindest halbwegs berechenbar abzuschicken. Da ich von der Software 2000 Bundesliga Manager Spieleserie und Anstoss 3 sozialisiert bin, schreit unser Projekt Discgolf – Status im Moment: ambitionierte und naive Anfänger – gerade danach, statistisch aufbereitet zu werden. Und weil man gerne Stift und Zettel verbummelt, fange ich jetzt an die Ergebnislisten hier zu sammeln.

02.07.08
14 Körbe, Par 42
Allan “Loddar” Simonsen: 57 (+15)
Robert: 63 (+21)
Janne: 66 (+24)
Gazza: 67 (+25)
Anne: 73 (+31)

Es deutete sich schon an, dass Loddar ganz weit vorne spielen würde. Er muss jetzt mit dem Druck umgehen, der Gejagte zu sein. Natürlich würden wir nie im Leben auf die Idee kommen, uns mit diesen Ergebnissen an den Start irgendeines Turniers zu wagen. Meine zwei persönlichen Ziele dieses Jahr sind: Einmal ein Birdie werfen und einmal eine Runde unter 50 (+8) spielen. Wer mal bei unseren unregelmäßigen Ausflügen in den ehemaligen Bugapark mitkommen möchte, sage Bescheid. Wir können auch ein paar Frisbees ausborgen.

Zensurenkonferenz

Liebes Kollegium,

wir haben uns hier versammelt um die Zensuren für das Schuljahr 07/08 zu verteilen. Wir sind uns einig, dass die Leistungen der Qualifikationsphase nicht mit in die Beurteilung eingehen, sondern es einzig um die Performance in den Zentralabiturprüfungen geht. Lassen Sie mich, bevor wir zu den Schülern im Detail kommen, ein paar einleitende Worte zum Leistungsstand der Klasse verlieren. Grundsätzlich können wir sehr zufrieden sein, das Abschneiden der Klasse stimmt uns froh. Einige deutlich besser eingeschätzte Verbände konnten distanziert werden. Dennoch darf die Freude über den 2. Platz nicht unseren Blick trüben, wir müssen unabhängig von Stimmungen und Emotionen wichtige Entscheidungen treffen. Gehen wir ins Detail:

Einige Spieler sollten wir ehrenhaft aus der Klasse verabschieden. Jens Lehmann und Olliver Neuville haben viele Verdienste, sie kommen jetzt aber in ein Alter, in dem sie in anderen Institutionen besser aufgehoben sind. Ich denke, beide haben enorm von unseren pädagogischen Leistungen profitiert und wir können sie guten Gewissens in das echte Berufsleben entlassen.

Keine Diskussion über die Versetzung darf es meiner Meinung nach bei folgenden Schülern geben. Phillip Lahm, Michael Ballack, Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose. Auch wenn sie nicht immer überzeugten, besteht doch kein grundsätzlicher Zweifel an ihrer Lernbereitschaft und ihrem Potential. Den Eltern Ballack sollte man sagen, dass sie bitte in der Erziehung darauf achten sollten, dass Michael in Zukunft die von vielen zu Unrecht als “Zeichen um die Mannschaft mitzureißen” benannten Meckereien und Fiesematenten unterlassen soll und stattdessen öfter mal sportliche Zeichen setzen sollte.

Für das Kinder-Förderprogramm der Familienministerin von der Leyen empfehle ich Rene Adler, Marcell Jansen, Per Mertesacker, Mario Gomez und Simon Rolfes. Die genannten sollten im neuen Schuljahr intensiv von ihren Tutoren betreut werden, sie haben ihre Klasse in Teilen bewiesen, müssen aber noch lernen auch in Stresssituationen nicht die Angst vor dem weißen Blatt Papier zu bekommen. Ich bin da aber guter Dinge.

Den Schülern Torsten Frings, Arne Friedrich, Clemens Fritz, Tim Borowski, Thomas Hitzlsperger und Robert Enke muss man klar machen, dass sie auf der Kippe stehen und im neuen Jahr eine deutliche Steigerung von ihnen erwartet wird. Ich gebe zu, dass ich mir persönlich mehr von einigen erhofft habe und teilweise enttäuscht bin. Natürlich habe ich in den Jahren der Zusammenarbeit eine emotionale Bindung zu manch einem aufgebaut, aber da ist auch mal eine harte Hand gefordert. Viel erhoffe ich mir von den teilweise neuen Klassenlehrern und den Aufgaben im täglichen Schulbetrieb.

Kommen wir zu dem schmerzlichsten Punkt. Nicht für versetzungsfähig halte ich folgende Schüler: Kevin Kuranyi, Piotr Trochowski, David Odonkor, Heiko Westermann und Christoph Metzelder. Es scheint, sie sind den Anforderungen des Leistungskurses Sport einfach nicht gewachsen, weisen entweder nur Spezialbegabungen oder Frisuren (Haare und Bart) auf – oder sind schlichtweg an ihrer Leistungsgrenze. Wir können uns gerne in einem halben Jahr mit den Klassenlehrern noch einmal darüber verständigen, ob die genannten wieder in Frage kommen, weil sie sich durch besondere Mitarbeit im Unterricht hervorgetan haben. Ansonsten müssen diese Schüler sich leider auf andere Dinge im Leben konzentrieren.

Ich bitte Sie, liebe Kollegen, jetzt darum, Ihre Urteile anzugeben und möchte mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich für die angenehme Zusammenarbeit im letzten Jahr bedanken. Während einige von Ihnen sicherlich gleich in den wohlverdienten Urlaub aufbrechen, werde ich einmal durchs Haus fegen, damit unsere Lehr- und Lernplattform auch für das neue Schuljahr gut aufgestellt ist. Die Stundenpläne und eventuelle Lehrplanänderungen werden Ihnen rechtzeitig mitgeteilt.

Vielen Dank

MV
- Direktor -

Kollektives Kurzzeitgedächtnis

Ich bin verwirrt. Gestern brüllten wieder Zehntausende am Brandenburger Tor dem frisch rasierten Christoph Metzelder Oh-Ohohoho-Oh-Oh entgegen. “Seven Nation Army” von den White Stripes, die “indiest football anthem ever” ist mittlerweile Konsens in den Fußballstadien der Welt. Nun ist man paradoxe Zweckentfremdungen von Popsongs für Fangesänge mittlerweile gewohnt. Schon eine ganze Weile brüllen schließlich latent homophobe Fankurven das latent homosexuelle “Go West“. Bei dem Song der Band ohne Bassist mit dem markanten Intro, das klingt wie ein Bass ragt die Ignoranz des Inhaltes und der Geschichte allerdings sogar einen Bereich hinein, den man als Fußballkonsument durchaus auf dem Schirm haben könnte. Ich meine, hey, das ist das Lied von Francesco Totti. Genau, ein Italiener. Genau, der Spuckfred von der EURO 2004. Das Lied das Abertausende Italiener höhnisch sangen nach dem Halbfinale in Dortmund. Ist das eine besonders fiese Assimilationstaktik? Oder Einfallslosigkeit? Oder was? Ich meine, Podolskis “Humpa, humpa, täterä” gestern war auch nicht besonders kreativ, aber kann das deutsche Jubelvolk jetzt bitte, nachdem gelernt wurde, wie man eine Fahne ans Auto klatscht, auch anfangen, sich eigene Songs auszusuchen, die man durch den Wolf dreht. Ich bin da ja kein Experte, aber wäre ich Christoph Metzelder und damit beschäftigt die fehlende Schnelligkeit durch furchterregendes Aussehen zu kompensieren, würde ich mir Rammsteins “Bestrafe mich” als Einlaufmusik wünschen. Der Look wäre vielleicht eine der wenigen Chancen der deutschen Verteidigung gewesen, den Spaniern wirklich Angst einzujagen. Zumal wenn diese Version mit der spanischen Untertitelung auf der Stadionleinwand gelaufen wäre.

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