Ach Mann. Kaum sind mal Anzeichen von dohertyesken Verhalten im DIN-genormten Spielbetrieb der Uefa-Championleague zu sehen, ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Der Tormann des ruhmreichen FCB ist im Hinspiel des Viertelfinals gesperrt. Weil er Pipi durch die Kabine geschmissen hat und einen Arzt beleidigt hat.
Ich finde das schade. Ich hätte mir eher gewünscht, dass Szenen dieser Befreiung von den Fesseln des unmenschlichen Drucks und der barbarischen Reglementwut der FIFA (oder UEFA) im Internet aufgetaucht wären. So eine temporäre Sendestörung im Gehirn eines Profffis, der seit 30 Jahren Bälle mit 120 km/h auf die Mütze kriegt, ist doch nicht so schlimm. Das geht auch wieder vorbei und ist auch irgendwie ganz sympathisch. Wie sagte der geschätzte Bela B. neulich im Rockpalast Mobil: “Wir lieben sie doch irgendwie, die Pete Dohertys dieser Welt, auch wegen der Drogen und der durchgeknallten Dinge und so”. Und die Szene, wenn der kleine Olliver wütend ist, dass er nicht zu Mama und Papa darf und deswegen einen Becher seines Urins an die Wand pfeffert ist doch so surreal, dass mir keiner ernsthaft erzählen kann, dass man damit der Verantwortung von wegen Vorbild und so nicht gerecht wird. Wer hat denn vorher mit Inbrunst von Olli Kahn als Vorbild gesprochen? Man hätte kurz lachen können, der Doping-Arzt ist bestimmt auch nicht aus Zucker und wird sicherlich kein Trauma davontragen. Aber nein, stattdessen tun wieder alle so, als ob das den Untergang des Abendlandes einleitet. Pur statt OASIS. Schade eigentlich.
Hier in dem Spiel. Allerdings hatte ich eine sehr schöne Idee, was das Sponsoring betrifft, was wiederum dazu führt, dass das ganze noch ein wenig länger dauert, bis Ihr mit den Oligarchen Eurer Wahl verhandeln könnt. Man muss den Quatsch ja leider immer auch irgendwie zu Ende denken und programmieren. Genauso, wie ich das mit den Systemwechseln (also 4-5-1, etc) auch lieber demnächst komplett überarbeiten werden. Dafür braucht man Zeit, deswegen kommt Euch jetzt wieder einmal der Part der Vorfreude zu.
Und zwar zu Stätten großartiger Spiele im Europapokal. Am Freitag, den 30. März hält er in Dresden und hofft nicht von aufgebrachten “Licht am Fahrrad, Licht am Fahrrad, D Y N A M O” Fans unter Androhung körperlicher Gewalt zur Interpretation von Hits, der 70er, 80er und dem Besten von Heute gezwungen zu werden.

Am 31. März geht es dann zum Europapokalfinalisten und Herrscher über das Ernst-Abbe-Sportfeld. Dorthin, wo Bernd Schneider jeden Sommer zum Probetraining in der alten Heimat erscheint und deshalb fast Namensvetter djbernt das Theatercafe nach dem Konzert zum Einstürzen bringen wird. Vielleicht mag ja jemand an einer der Stationen zusteigen.

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Das ist wie wenn Per Mertesacker beim Stand von 2:3 in der 90. Minute aus der eigenen Hälfte abzieht und den Ball in den Winkel hämmert.
Auch Basketball ist ein tolles Spiel. Hier kann man das mit besserem Bild sehen
Auf EM Karten für teuer Geld kann man sich noch im Verlauf dieser Woche bei Michel Platini’s Waffelbude bewerben.
Als ehemaliger Insasse eines Studienganges mit vielen Berührungspunkten zur werbetreibenden Industrie bin ich mit dem Wesen eines Praktikums und dem Schindluder, welches damit getrieben wird, ja bestens vertraut. Ein ganz spezieller Vertreter dieser armen, Latte Machiato trinkenden Spezies treibt sich nun im blauen Trainingsanzug beim FC Schalke 04 rum. Mario Basler heuert im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Gelsenkirchen an. “Ich wollte unbedingt hierhin, weil ich sehen wollte, wie Mirko Slomka arbeitet”, sagte Basler, der zuletzt Trainer beim Regionalligisten Jahn Regensburg war.
Was auf den ersten Blick erst einmal als sinnvolle Maßnahme erscheint – wer würde ernsthaft bezweifeln, dass auch Super-Mario noch was lernen kann – wirkt bei genauerem Hinsehen merkwürdig. Richtig. Mario Basler war erst CHEF-Trainer, beschließt dann, dass er eine Ausbildung braucht und macht jetzt ein Praktikum. Bei aller gebotenen Ironie, zeigt das auch deutlich, wo unter anderem die Ursachen für den Verlust des 4. Champions-League-Platzes zu suchen sind. Eine Ausbildung oder eine bestimmte Qualifikation braucht man scheinbar nicht unbedingt für einen Posten in verantwortungsvoller Position in Fußball-Deutschland. Nach dem Motto: “Wenns schiefjeht, kann man den jung immer noch inne schule schicken”.
Da war doch mal was. “Die deutsche Mannschaft wird auf Jahre unbesiegbar sein”. Kaiser Franz sieht Jogis Typen an Europas Spitze. Ab jetzt muss der Herr Löw auf die Euphoriebremse treten, sonst sind Berti Vogts, Loddar Mathäus und Carsten Ramelow bald wieder zurück.
Auf zum Endspurt. Die Vergesslichen haben jetzt die Möglichkeit alle Spieltage der ablaufenden Saison schon einmal vorzutippen.
… oder hat Gerd Gottlob gerade eben in der ARD bei Irland gegen Wales so um die 20. Minute wirklich am Mikrofon vorbei genuschelt: “Boah, das ist aber harter Stoff hier”. Läuft bei irgendjemand ein Video- oder Festplattenrekorder? Das würde mich jetzt wirklich interessieren.
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